Um Punkt 10 Uhr durchtrennt Michael Heyne das rote Eröffnungsband, und ab diesem Moment gehört das BeratungsCenter Mülsen für zwei Wochen acht jungen Leuten. Kein Vorgesetzter blickt ihnen über die Schulter, keine erfahrene Filialleitung trifft am Ende die Entscheidungen. Vom 27. Juli bis zum 7. August tragen Auszubildende der Sparkasse Zwickau die komplette Verantwortung für die Geschäftsstelle, von der Kundenberatung am Schreibtisch bis zum Tagesabschluss an der Kasse.
Ein Projekt mit Tradition
Was sich zunächst nach einem gewagten Experiment anhört, hat sich bei der Sparkasse Zwickau längst etabliert. Bereits zum dritten Mal übernimmt ein Team von Azubis eigenverantwortlich eine komplette Filiale. Die Idee dahinter geht weit über das reine Leiten der Geschäftsstelle hinaus. Die jungen Berufseinsteiger planen maßgeblich auch die Arbeit hinter den Kulissen und verbinden damit die trockene Theorie ihrer Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau mit echter Praxis.
„Mit einer qualitativ hochwertigen Ausbildung bauen wir heute ein Fundament für die Zukunft unserer Sparkasse“, sagt Ralf Uthe, Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Zwickau. Für ihn ist die Azubifiliale ein echter Mehrwert für den eigenen Berufsnachwuchs und zugleich eine spannende Erfahrung für alle Beteiligten.
Monatelange Vorbereitung für zwei intensive Wochen
Was von außen leicht aussieht, steckt voller Vorarbeit. An zwei Projekttagen erarbeiteten die Auszubildenden aus dem ersten und zweiten Lehrjahr gemeinsam ihren Fahrplan für die dritte Azubifiliale. Ganz nebenbei lernten sie dabei, was Methodenkompetenz, Projektmanagement und agiles Arbeiten in der Praxis bedeuten, und wie wichtig eine saubere Abstimmung über verschiedene Ebenen hinweg ist.
Auch die Rollenverteilung wurde nicht einfach zugeteilt. Die Azubis konnten sich auf die einzelnen Positionen der Geschäftsstelle bewerben und mussten sich in einem echten Einstellungsgespräch behaupten. Michael Heyne, Auszubildender im zweiten Lehrjahr, hat sich so den Posten des Geschäftsstellenleiters gesichert. „Für mich war es keine direkte Entscheidung, mich als Geschäftsstellenleiter zu bewerben“, erzählt er. Erst nach Gesprächen mit Mit-Azubis, Freunden und der Familie fasste er den Entschluss, und der Zuspruch aus seinem Umfeld überwog deutlich. Für die Führungsaufgabe fühlt sich Heyne durch seine mehrjährige Erfahrung mit einem Jugendsportprojekt gut gerüstet.
Damit am Ende auch fachlich alles sitzt, durchliefen die acht Azubis vorab zusätzliche Trainings und Schulungen. Und ganz allein lässt man sie in Mülsen dann doch nicht. Zwei erfahrene Stammmitarbeiter stehen im Hintergrund unterstützend zur Seite, während die gewohnten Berater die Zeit für ein paar Urlaubstage nutzen oder kurzzeitig in anderen Geschäftsstellen aushelfen.
Zwischen Tischkicker und Kontoeröffnung
Für die Kundinnen und Kunden in Mülsen ändert sich in Sachen Beratung nichts. Das gewohnte Beratungsspektrum steht weiterhin in vollem Umfang zur Verfügung, und wer in den zwei Wochen einen Termin wahrnimmt, darf sich sogar über ein paar Extras freuen. Ein Tischkicker sorgt für Abwechslung, für die Kleinsten gibt es eine Malecke, und bei sommerlichen Temperaturen wartet ein
kühles Gratis-Eis. Wer sich in dieser Zeit für einen Bausparvertrag oder einen Vertrag zum DEKA Smart Vermögen entscheidet, bekommt zudem eine JBL Box dazu.
So verbindet die Azubifiliale zwei Wochen lang das, was in der Ausbildung sonst oft getrennt bleibt. Verantwortung übernehmen, Fehler machen dürfen und daraus lernen, alles unter echten Bedingungen und mit echten Kundinnen und Kunden. Für die acht jungen Leute in Mülsen beginnt damit eine Zeit, die in ihrer Ausbildung wohl lange in Erinnerung bleiben wird.
Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.




