Seit 2006 war Chemnitz vom Fernverkehr auf der Schiene abgekoppelt. Seitdem fordern Bürger sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft den Wiederanschluss an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn - nicht zuletzt mit Blick auf das Kulturhauptstadtjahr 2025. Der vehemente Kampf um die Anbindung fand schließlich Gehör: Am 12. Juni wird Chemnitz an die bereits bestehende Intercity-Linie 17 von Warnemünde über Berlin und Dresden angeschlossen. Dies könne jedoch nur ein erster Schritt sein, betonte Oberbürgermeister Sven Schulze bei der Vorstellung der Pläne Anfang März. "Wer die Bahn als attraktives und ökologisches Verkehrsmittel etablieren möchte, braucht weitere Verbindungen über Leipzig in den Westen und auch in den Süden Deutschlands."

 

Start in Chemnitz um halb 7 und halb 9

Für die Bahnverbindung zwischen Chemnitz und Warnemünde rollen ab dem 12. Juni je zwei Züge der vierteiligen Doppelstock-Intercitys täglich in beide Richtungen. In Chemnitz wird 6.26 Uhr und 8.26 Uhr gestartet. Nach zweieinhalb Stunden erreichen die Züge den neuen Berliner Airport. Von da an dauert es noch rund drei Stunden bis Warnemünde - mit Zwischenhalt in Rostock. In der Gegenrichtung verkehren die Intercity-Bahnen ab Warnemünde täglich 13.52 Uhr und 15.52 Uhr, gegen 19.30 Uhr bzw. 21.20 Uhr fahren sie in den Chemnitzer Hauptbahnhof ein. Die sogenannten KISS-Züge des Intercity 2 sind vierteilig und verfügen über Klimatisierung, Fußbodenheizung, Steckdosen am Sitzplatz, kostenfreies WLAN, ein Cateringangebot und Reservierungsmöglichkeiten.

 

Nahverkehrstickets gelten zwischen den sächsischen Metropolen

Der Vorteil für Pendler: Zwischen Chemnitz und Dresden Hauptbahnhof werden in den Fernverkehrszügen auch Nahverkehrstickets anerkannt. Die Finanzierung der Verbindung kostet jährlich rund 2,5 Millionen Euro und wird durch das Sächsische Wirtschaftsministerium finanziert. Die Verbindungen können demnächst im Reisezentrum, im DB Navigator und auf www.bahn.de gebucht werden.