Sachsens beste Korbjäger treiben ihre Teamzusammenstellung weiter voran. Mit dem 26-jährigen Marko Filipovity haben sich die Niners erstmals in ihrer Vereinshistorie die Dienste eines ungarischen Basketballers gesichert. Der 2.04 Meter große und 98 Kilogramm schwere Flügel kommt vom türkischen Erstligisten Afyon Belediyespor und unterzeichnet in Chemnitz einen Vertrag für die kommende Spielzeit."Marko kann variabel auf beiden Forwardpositionen agieren. Außerdem machen ihn seine Scoring-und Reboundfähigkeiten für uns enorm wertvoll", sagt Cheftrainer Rodrigo Pastore über den ungarischen Nationalspieler."Chemnitz hat die letzten beiden Jahre einen herausragenden Job in der Bundesliga gemacht und ich bin von der Spielidee für die neue Saison begeistert", erklärt Filipovity, warum er sich für einen Wechsel zu den Niners entschied. Es bedurfte nicht vieler Telefonate zwischen ihm und Coach Pastore, bis der wendige wie einsatzfreudige Ungar davon überzeugt war, dass Chemnitz genau der richtige nächste Karriereschritt ist. Das schnelle und variantenreiche Angriffsspiel der Niners, aber auch die flexible Verteidigung scheinen dem Mann aus Kaposvar geradezu auf den Leib geschneidert.

Überzeugte schon als Jugendlicher

Schon in jungen Jahren überzeugte Filipovity, der sämtliche Jugendnationalmannschaften seines Heimatlandes im 5x5 und teilweise auch im 3x3 durchlief, mit seiner angriffslustigen Spielweise und debütierte bereits mit 17 in der ersten ungarischen Liga. Nach einem schulischen Auslandsjahr in den USA wechselte er 2015 direkt zum fünffachen Meister Alba Fehérvár, wo er sich von Saison zu Saison eine größere Rolle erkämpfte. Mit Fehérvár spielte Filipovity nicht nur regelmäßig um die vordersten Plätze mit, sondern 2017 und 2018 auch im FIBA Europe Cup. Folgerichtig wurde er in jener Zeit dann auch erstmals in die ungarische A-Nationalmannschaft berufen und wechselte 2019 zum besten Club des Landes, Falco Szombathely. Mit den Westungarn lag er bis zum coronabedingten Saisonabbruchsouverän auf Platz 1, stand im Pokalviertelfinale und erreichte die Gruppenphase der Basketball Champions League.

Leistungsträger im alten Dress

Längst war Filipovity zum absoluten Leistungsträger avanciert und erzielte 2019/2020 in 39 Pflichtspielen für Szombathely durchschnittlich 12.1 Punkte, 4.6 Rebounds sowie 0.9 Steals. Dadurch bot sich die Chance, in die erste italienische Liga zu wechseln, wo er in der folgenden Saison bei Carpegna Pesaro an der Seite der beiden letztjährigen NINERS-Akteure Frantz Massenat und Gerald Robinson spielte. Weitere ehemalige BBL-Akteure wie Justin Robinson oder Henri Drell und sogar der frühere NBA-Star Carlos Delfino gehörten zum namhaften Kader Pesaros, das in jener Saison das italienische Pokalfinale erreichte. Dabei erwies sich Filipovity erneut als tragende Stütze und markierte in 34 Liga-sowiePokaleinsätzen durchschnittlich 12.5 Punkte, 6.2 Rebounds und 0.7 Steals. So ging es letzten Sommer mit reichlich Rückenwind ins spanische Santiago de Compostelazu Monbus Obradoiro. In der stärksten Liga Europas vermochte Filipovity dann aber nicht so richtig Fuß zu fassen, kam im Schnitt nur auf zwölf Minuten Einsatzzeit, knapp drei Punkte sowie zwei Rebounds pro Partie und wurde zum Jahreswechsel in die Türkei transferiert. Beim abstiegsbedrohten Club Afyon Belediyespor nahm der Ungar sofort eine tragende Rolle ein und erzielte durchschnittlich 9.6 Punkte sowie 6.6 Rebounds.

Beachtliche Wurfquoten

Über seine gesamte Karriere hinweg bestritt Filipovity in den ersten Ligen Ungarns, Italiens, Spaniens und der Türkei sowie im FIBAEurope Cup und der Basketball Champions League bereits 264 Pflichtspiele. Dabei brachte er es im Schnitt auf beachtliche Wurfquoten von 50 Prozent aus dem Zweierbereich, 34 Prozent von der Dreier-und knapp 76 Prozent von der Freiwurflinie. "Marko strahltvon jeder Position auf dem Feld Gefahr aus, kann vomPerimeter abdrücken, den Korb attackieren und sich aus dem Dribbling auch seinen eigenen Wurf kreieren. Zudem hat er ein sehr gutes Gespür für Rebounds und ist in Fastbreaksituation enorm schnell auf den Beinen", beschreibt Pastore die Stärken des 26-jährigen Neuzugangs. "Mit gefällt die Art, wie Coach Pastore seine Teams spielen lässt und ich glaube, dass ich mich schnell in seinem System zurechtfinde. Ich hoffe auf eine erfolgreiche Saison und vor allem, dass wir unsere Fans stolz machen können", fiebert Filipovity der neuen Spielzeit entgegen.

Acht Profis im Niners-Kader

Mit dem Ungar stehen nunmehr acht Profis im Niners-Kader fest. Hinzu kommen zeitnah drei weitere Spieler, die höchstwahrscheinlich aus dem Mutterland des Basketballs, den Vereinigten Staaten von Amerika, stammen. Auf der anderen Seite stehen nunmehr auch zwei weitere Abgänge fest. Darion Atkins, der im Niners-Jersey eine herausragende Saison spielte und daraufhin von zahlreichen Clubs gejagt wurde, entschied sichgegen einen Verbleib in Chemnitz und wechselt zum italienischen Eurocup-Teilnehmer Dolomiti Energia Trento. Ergänzungsspieler Travis Jocelyn, der letzte Saison vor allem in der zweiten Mannschaft der Ninerszum Einsatz kam, konnte sich einen Kaderplatz inder 2. Basketball Bundesliga ProA bei den Uni Baskets Paderborn ergattern.