Dresden. Mit einem bunten Blumenmeer läutet Dresden jedes Jahr den Frühling ein: In der zweiten Märzhälfte bepflanzen die Gärtnerinnen und Gärtner des Regiebetriebes Zentrale Technische Dienste Schmuckbeete und Pflanzgefäße in der Innenstadt und den Stadtbezirken.

Die Hauptstadt wird bunt geschmückt

Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen erläutert den Umfang der Pflanzungen 2024: "Unsere Gärtner bepflanzen Beete an rund 40 Standorten. Das entspricht einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern. 113.350 Frühjahrsblüher sind dafür nötig, darunter 23.950 Blumenzwiebeln. Hinzu kommen 120 Pflanzgefäße, von denen die meisten bereits in der stadteigenen Gärtnerei auf der Bodenbacher Straße bepflanzt werden."

Die Bepflanzung hat jahrelange Tradition

Die Frühjahrsbepflanzung ist eine Visitenkarte für Dresden, wie Jähnigen betont: "Mit unserer vielfältigen Frühlingsbepflanzung möchten wir Farbtupfer in die Stadt bringen, die die Dresdnerinnen und Dresdner sowie Gäste unserer Stadt erfreuen. Wir setzen mit den eindrucksvollen Beeten auch die Tradition der Schmuckpflanzungen fort, für die Dresden bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bekannt ist."

Jedes Jahr eine neue Facette

Alle Beete im Stadtgebiet werden nach Pflanzplänen des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft gestaltet. Die Pflanzbilder unterscheiden sich von Jahr zu Jahr. Die Fachleute des Amtes stellen die Farben der Beete anhand der Farblehre und entsprechend der örtlichen Gegebenheiten zusammen. Beispielsweise verwenden sie auf Beeten, die eher in schattigeren Bereichen liegen, mehr hell blühende Arten und Sorten. Beete an sonnigen Standorten erhalten Pflanzen mit dunkleren Farben. So bieten die Beete auch aus der Ferne eine tolle Wirkung. Nicht zuletzt liegt das Augenmerk bei der Planung auch auf der Attraktivität der Beete für Insekten.

Welche Blumen werden gepflanzt

Damit an jedem Ort diese attraktiven und vielfältigen Pflanzungen entstehen können, kommen sehr viele verschiedene Arten und Sorten von Frühlingsblühern in die Erde. Allein das Sortiment an Blumenzwiebeln umfasst neun Tulpensorten, sieben Narzissensorten, sechs Hyazinthensorten und fünf Sorten Kaiserkronen. Hinzu kommen bewährte Frühlingsboten wie Stiefmütterchen, Tausendschön und Vergissmeinnicht in verschiedenen Farben.

Woher kommen die Pflanzen?

Die Pflanzen stammen aus den Gartenbaubetrieben Wilhelm Willkomm GbR aus Dresden, Wegfraß Samen und Pflanzen GmbH aus Erfurt, Gartenbau Choitz aus Steinreich/OT Schenkendorf und Kaiser Gartenbau aus Weinböhla. Die Blumenzwiebeln werden in der stadteigenen Gärtnerei angezogen und sind keine Einwegware: Nach der Blüte werden diese Zwiebeln geborgen, geputzt, eingelagert und im darauffolgenden Herbst in ausgewählten Grünanlagen der Stadt zum Verwildern ausgebracht. In den vergangenen beiden Jahren bekamen die Ortschaften Langebrück und Weixdorf sowie der Stadtteil Klotzsche die Blumenzwiebeln.

Wer bezahlt die Bepflanzung?

Die Frühjahrsbepflanzung finanziert das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft. Sie kostet rund 42.000 Euro, rund 4.000 Euro mehr als 2023. Der Grund ist die allgemeine Preissteigerung in vielen Bereichen wie zum Beispiel bei Düngemitteln, Töpfen, Substraten, Lohnkosten (Zulieferer), Treibstoff, Strom und Heizkosten.

Historie

Blumenbeete haben bereits eine lange Tradition in Dresden. Bereits auf den Gartenschauen in den Jahren 1887, 1926 und 1936 präsentierte die Stadt eindrucksvolle Pflanzungen. 1947, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, legten die Stadtgärtner in der zerstörten Innenstadt, auf dem Postplatz und weiteren Flächen wieder erste Blumenbeete an. Ab den 1960er bzw. 1970er Jahren entstanden großzügige Blumenflächen auf der Prager Straße und der Hauptstraße.