Gelenau. Vor fast 400 Zuschauern haben sich die Ringer des FC Erzgebirge Aue die Tabellenspitze in der Regionalliga zurückerobert. Beim zuvor ebenfalls noch ungeschlagenen RSK "Jugendkraft 1898" Gelenau setzten sich die Veilchen mit 21:7 durch. "Das Ergebnis trügt etwas. Es gab viele spannende Kämpfe, von denen drei auch anders herum hätten ausgehen können. So aber hat bei uns alles gepasst", sagt FCE-Trainer Björn Schöniger, dessen Team mit 8:0 Punkten nur vor Potsdam (2.), Gelenau (3.) und Thalheim (4.) Platz 1 belegt. Alle drei Verfolger haben 6:2 Zähler auf dem Konto.

Außenseiter geht ins Risiko

Dass dem RSK seine erste Niederlage drohte, war für Gelenaus Trainer Björn Lehnert von vornherein klar. "Ein Sieg für uns wäre utopisch gewesen", sagt der Coach, dessen Schützlinge somit befreit auftreten konnten: "Wir hatten nichts zu verlieren." Diese Risikobereitschaft sorgte in einigen Duellen dafür, dass die Gelenauer Kämpfer in den Schlusssekunden so manche entscheidende Wertung abgaben. Vor allem aber war diese Einstellung die Voraussetzung dafür, dass alle in der Halle trotz der klar verteilten Rollen einen packenden Vergleich erlebten, der zur Halbzeit beim Stand von 6:4 für Aue sogar noch völlig offen war.

Von der Stimmung überwältigt

Während Haydar Afshar (57 kg) und Kamil Wojciechowski (98 kg) für die Gastgeber Punktsiege erkämpften, hatten auf Auer Seite Steven Ecker (61 kg), Phlipp Herzog (66 kg) und Nico Schmidt (130 kg) die Nase vorn. Vor allem Herzogs Sieg erhitzte dabei die Gemüter, weil er gegen Hassan Ismail schon fast auf Schultern verloren hatte, sich aber ins Aus rettete und dann Sekunden vor Schluss den entscheidenden Beinangriff zum Sieg auf die Matte zauberte. Nach der Pause konnte nur noch Marcin Majka (75 kg) für Gelenau punkten, während die Auer Mate Krasznai (71 kg), Robert Schröder (75 kg), Tony Lehmann (80 kg) und Laszlo Szabo den Sieg für ihr Team unter Dach und Fach brachten. "Trotzdem Respekt vor den Gelenauern. Das war endlich wieder mal ein echtes Derby mit geiler und stets fairer Stimmung", so das Fazit von Björn Schöniger. Und auch sein Gegenüber Björn Lehnert wirkte angesichts der vielen packenden Duelle gegen den Favoriten trotz der Niederlage glücklich und stolz: "Manchmal ist das Ergebnis egal."