Bernsbach. Nicht nur im Sport werden deutsche Meistertitel vergeben, sondern zum Beispiel auch in der Kosmetik. Und dank einer jungen Frau aus Bernsbach landete diese Goldmedaille, genauer gesagt die in der Kategorie Fantasy-Makeup, im Erzgebirge. Bei den Meisterschaften, die im Rahmen der Stylecom-Messe in Erfurt ausgetragen wurden, beeindruckte Anna Stefan die Jury mit einer Wikinger-Kriegerin. "Der Gothic Style gefällt mir generell, und er hat sich für diesen Anlass angeboten", erklärt die 25-Jährige ihre Motivwahl mit schwarzen Zacken an Augen und Mund sowie zwei Hörnern.

Traumberuf im zweiten Anlauf

Neben der Kreativität kam es vor allem auf die handwerkliche Umsetzung der Idee an, um die meisten Punkte zu erhalten. Und da war Anna Stefan beim "Hair & Beaty Festival" von niemandem zu übertreffen. Techniken und Handgriffe, die sie an der Akademie der Friseur- und Kosmetik-Innung in Chemnitz gelernt hat, beherrscht die Erzgebirgerin nahezu in Perfektion. Und das, obwohl sie eigentlich eine Quereinsteigerin ist. Gelernt hat die 25-Jährige ursprünglich den Beruf der Großhandelskauffrau. Diese Ausbildung abzuschließen, war aber nur eine Sicherheitsvariante. Danach setzte sie ihren eigentlichen Traum in die Tat um. "Das wollte ich schon als Kind", sagt sie über ihren jetzigen Beruf als Kosmetikerin.

Studio in der Heimat geplant

Der Alltag im Großhandel sie ihr zu eintönig gewesen. "Ich brauche etwas, wo man jeden Tag etwas anderes machen kann und auf jede Aufgabe individuell eingehen muss", sagt die Bernsbacherin, die diese Abwechslung nun gefunden hat. Zwar absolviert sie in der Kosmetik-Akademie noch immer ihr drittes Lehrjahr, doch betreut sie dort schon jetzt einen festen Kundenstamm. Und schon bald will sie in ihrer erzgebirgischen Heimat ein eigenes Studio eröffnen. "Bedarf und Nachfrage sind auf jeden Fall da", findet Anna Stefan, die zunächst aber noch ihren Meister machen will. Ihre privaten Kunden bleiben also zunächst Familienangehörige oder Bekannte, die sich gern von der 25-Jährigen schminken lassen. "Da sind schon mal verrückte Sachen dabei", sagt die deutsche Meisterin, die im zweiten Anlauf ihren Traumberuf gefunden hat und dort ihre Kreativität voll ausleben kann.