Bockau. Emotionen gehören dazu - beim Empfang, den die Bockauer, sprich die Gemeinde, der Skiverein und weitere Akteure für Denise Herrmann und ihre Schwester Nadine Herrmann gestern in der Turnhalle ihres Heimatortes organisiert hatten, ist kaum ein Auge trocken geblieben zu überwältigend und beindruckend sind die Ereignisse auf die man zurückschaut und stellenweise zu ergreifend die Worte der Redner und Laudatoren. Nadine Herrmann konnte wegen eines Sprunggelenkbruchs, den sie sich im Klinik-Praktikum zugezogen hat, nicht anreisen und war per Video live aus Ruhpolding zugeschaltet. Ihre Mutter Jeanette Herrmann sagt: "Es ist schon etwas traurig, dass Nadine nicht dabei sein kann."

 

Anderen Weg einschlagen

Die 26-jährige hat ihre sportliche Laufbahn beendet und möchte jetzt gerne Medizin studieren. Es gibt auch einen Plan, der in Richtung Ernährungswissenschaften geht. Mit der Entscheidung, sich auf die berufliche Laufbahn zu konzentrieren, ist Nadine Herrmann glücklich, wie sie selbst sagt: "Mir geht es jetzt richtig gut damit." Die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Peking, was ihr großes Ziel war, hat die gebürtige Bockauerin leider verpasst. Ihre Schwester Denise Herrmann feierte in Peking ihren größten sportlichen Erfolg - sie ist Biathlon-Olympiasiegerin im Einzel und damit die erste Sächsin, der das gelungen ist. Hinzu kam eine Bronze-Medaille in der Staffel.

 

Traum in Erfüllung gegangen

Denise Herrmann ist nicht der emotionale Typ, wie sie selbst gesteht: "Natürlich überlegt man als Sportlerin, wie es sein wird, wenn man einmal ganz oben steht. Dass es in Peking für mich ein guter Wettkampf war, das wusste ich. Im Ziel hatte ich eine lange Wartezeit und habe versucht den Wettkampf nicht weiter zu verfolgen. Es hieß einfach abwarten. Als man mir die Nachricht überbracht hat, war das für mich ein schöner Moment und ich musste ein paar Tränen verdrücken. Das es gelungen ist, war unbeschreiblich. Es ist ein Lebenstraum, den man als Sportler hat und der einen täglich egal bei welchem Wetter zu Top-Leistungen motiviert."

 

Empfang von Überraschungen geprägt

Während des Empfangs gab es für Denise Herrmann einige Überraschungen. Dazu gehörte auch, dass Florian Steirer, ihr ehemaliger Trainer, der sich aus dem deutschen Weltcup-Team der Frauen zurückgezogen hat, was Herrmann sehr bedauert, die Laudation gehalten hat. Zudem hat Dorina Jechnerer, die Bürgermeisterin der Bockauer Partnerkommune Herrieden in ihrer Ansprache das Angebot unterbreitet, dass sie Denise Herrmann gern eine Straße widmen möchte in einem neuen Baugebiet.