Dortmund/Gelenau. Schlechter hätten die Vorzeichen kaum sein können. Drei Wochen lang hatte Leichtathletin Katharina Maisch (LV 90 Erzgebirge) vor den Deutschen Hallen-Meisterschaften nicht trainieren können. Ein Bauchmuskelfaserriss setzte die Kugelstoß-Expertin nahezu komplett außer Gefecht. "So etwas hat natürlich Einfluss auf die Leistung", sagt Trainer Sven Lang über die 25-Jährige, die normalerweise in Dortmund zu den Titelkandidatinnen gezählt hatte. So aber stand der Start lange auf der Kippe, zumal noch eine schwere Erkältung dazu kam. Am Ende durfte sie allerdings jubeln.

 

Voller Hoffnung für die EM

 

"Wir haben erst einmal das Einstoßen abgewartet und dann entschieden", berichtet Lang. Gesundheit geht vor, das war klar. Zugleich stand aber auch die Teilnahme an der Hallen-Europameisterschaft Anfang März in Istanbul auf dem Spiel. "Die nötige Norm hatte Kati schon", so Lang. Voraussetzung war allerdings auch ein Start in Dortmund, weshalb die Hoffnungsträgerin dort letztlich auch in den Kugestloßring stieg - und deutlich besser abschnitt als angesichts der Vorgeschichte zu erwarten war. Mit einer Weite von 17,88 Metern musste sie sich nur der siegreichen Sara Gambetta (18,38 m) geschlagen geben. "Erst war Kati natürlich verunsichert. Aber jetzt hat sie gesehen, dass ein Wettkampf auch mal ohne optimale Vorbereitung möglich ist", sagt Trainer Sven Lang, der optimistisch auf die internationale Herausforderung in der Türkei blickt: "Wir haben ja noch zwei Wochen Zeit, um die Grundlagen zu schaffen."

 

U-23-Athlet überzeugt bei den Männern

 

Neben Katharina Maisch hatte bei der Hallen-DM in Dortmund noch ein weiterer Vertreter des LV 90 Erzgebirge Grund zur Freude. Gemeint ist Steven Richter, der als U-23-Athlet zu den jüngsten Teilnehmern im Kugelstoß-Wettbewerb der Männer gehörte. Trotzdem mischte der Gelenauer vorn mit und belegte beim Sieg von Simon Bayer (20,20 m) mit 18,84 Metern Platz 6. "Steven hat das richtig gut gemacht. Es war seine zweitbeste Weite mit der Männerkugel bei seiner allerersten Meisterschaft in diesem Altersbereich", lobt Lang, der auch im Fall von Richter voller Zuversicht auf anstehende Aufgaben blickt. Schließlich startet der 19-Jährige bei den Deutschen Winterwurf-Meisterschaften mit dem Diskus. Und die aktuelle Bestenliste lässt hoffen, dass es dann sogar für einen Sprung aufs Podest reichen könnte.