Pockau. Obwohl der VFC Plauen in der Oberliga Süd als derzeitiger Tabellenzweiter kurz vor dem Sprung in die Regionalliga steht und der FSV Motor Marienberg in der Landesliga "nur" zum Mittelmaß gehört, ist beim Testspiel beider Mannschaften am Samstag kein Klassenunterschied zu erkennen gewesen. Auch die Tatsache, dass die Vogtländer schon nächste Woche wieder in der Liga ran müssen und die Erzgebirger erst vor 14 Tagen mit der Vorbereitung begonnen haben, machte sich kaum bemerkbar.

 

Auf dem Pockauer Kunstrasenplatz schnupperte der gastgebende Außenseiter sogar an einer Überraschung. Auch wenn es am Ende eine knappe 2:3-Niederlage setzte, zog Motor-Trainer Ronny Rother ein positives Fazit: "In meinen Augen waren wir phasenweise sogar die bessere Mannschaft. Wir sind heute richtig zufrieden, zumal in Testspielen das Ergebnis keine entscheidende Rolle spielt."

 

Von der ersten Minute an gefährlich

 

Worauf es bei solchen Standortbestimmungen ankommt, ist die Leistung. Und die stimmte bei den Marienbergern von Anfang an. Schon nach wenigen Sekunden hätten die Erzgebirger in Führung gehen können, als Kevin Werner einen Plauener Flugballversuch blockte und danach allein aufs VFC-Gehäuse zulief. Während er noch scheiterte, zielte Julien Schröter in der 20. Minute genauer. Nach einer Hereingabe vollendete er per Direktabnahme zum 1:0. Allerdings währte die Führung nur gut zehn Minuten, denn dann entschied der Referee auf der anderen Seite auf Elfmeter.

Zu Unrecht, wie Rother fand, da der Marienberger Abwehrspieler kurz vor seinem Handspiel im Strafraum geschubst worden sei. Egal: Kevin Walther ließ sich die Chance vom Punkt nicht nehmen und vollstreckte zum 1:1 (31.).

 

Motor beeindruckt mit Fitness

 

Geschockt zeigte sich Motor keineswegs. Stattdessen spielte der Außenseiter weiter mutig nach vorne, wobei Rother noch leichte Defizite in der Ballkontrolle erkannte. "Statt den Ball anzunehmen müssen wir ihn gleich mitnehmen", erklärte der Coach, bei dem allerdings die positiven Eindrücke deutlich überwogen - auch in Sachen Fitness. Die Angst, den Plauenern "ab einem gewissen Zeitpunkt hinterherrennen zu müssen", erwies sich als unberechtigt.

Stattdessen präsentierte sich Marienberg auch in der zweiten Halbzeit auf Augenhöhe, musste aber in der 60. Minute dennoch das 1:2 durch Philipp Sovago hinnehmen. Ob sein Schuss als Flanke gedacht war, sei dahingestellt. Doch auch von diesem Rückschlag erholten sich die Marienberger schnell. Nachdem Kenny Schmidt einen Freistoß an den Pfosten gesetzt hatte, setzte Kevin Werner energisch nach und traf zum 2:2 (73.).

Dass fünf Minuten später ein Ballverlust zum Spielaufbau zu einem Plauener Konter und letztlich zum 2:3 führte, konnte den Marienbergern die Laune nicht verderben. "In der Kabine herrschte trotzdem eine gute Stimmung", sagt der Coach.