Wolkenstein. Die Wolkensteiner Pfarrerin Regina Regel (65) ist am Sonntag, dem 27. August, in ihren Ruhestand verabschiedet worden. Wolkenstein war nach Langenau und Forchheim/Dörnthal die dritte Wirkungsstätte der vierfachen Mutter.

 

Pfaffererin fühlte sich im Erzgebirge direkt heimisch

In der Kirchgemeinde hatte sie am 7. Oktober 2012 ihren Dienst aufgenommen. "Ich habe hier gleich ein Zuhause gefunden", betonte Regina Regel vor ihrer Verabschiedung. Neuankömmlinge von Außerhalb werden im Erzgebirge oft als "Uhies'sche" (Unhiesige oder nicht von hier) bezeichnet. So habe sie sich in Wolkenstein nie gefühlt. Im Gegenteil. Sie hat hier im Laufe der Jahre viele Freunde. Dafür ist sie sehr dankbar. Die Gemeinde hatte sie auch durch für sie persönlich schwere und schmerzliche Zeiten getragen. 2014 war Regina Regels Mann Matthias Regel verstorben. "Er war die Liebe meines Lebens über 35 Jahre hinweg und hat mich im Dienst immer sehr unterstützt. Das war ein Bruch in meiner Dienstzeit", so die Pfarrerin. Auf der anderen Seite brachte ihr die Gemeinde immer sehr großes Vertrauen entgegen. Das hat sie auch in vielen persönlichen Gesprächen so erlebt. "Ich durfte in Freud und Leid Anteil am Leben der Leute nehmen", sagte sie. Vor allem deshalb sei es eine sehr schöne Zeit als Wolkensteiner Pfarrerin gewesen.

 

Erinnerungen an schöne Gemeindefeste

Gerne erinnert sie sich an die Gemeindefeste, an die Beschaffung der neuen Glocken (2016), den Bau der Pfarre (2018-2020) und der Kapelle in Hilmmersdorf (2021). Immer wieder hatte sie das Gefühl, alle zögen an einem Strang. Über Fehler wurde gesprochen. Auf die Frage nach weniger schönen Erlebnisse mit der Gemeinde hielt sie kurz inne und sagte: "Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Größere Dinge fallen mir da gar nicht ein". Auch könne sie diese Zeit schlecht mit den voran angegangenen Dienststellen vergleichen. Jede Gemeinde sei anders. Jede habe ihre ganz besonderen Eigenheiten. Das wurde ihr in Wolkenstein deutlich bewusst. Schließlich ist Regina Regel in dieser Amtszeit auch häufig überregional im Einsatz gewesen. So führte sie ihr Dienst auch nach Großolbersdorf, Drebach, Schönbrunn Großrückerswalde und Mauersberg. Das Erkennen der jeweiligen örtlichen Eigenheiten sei etwas, das ihr als junge Pfarrerin in Langenau nicht so leicht gefallen war.

 

Auftrag Gottes führte sie zur Pfarrertätigkeit

Eigentlich wollte Regina Regel Lehrerin werden. Ihr Konfirmationsspruch wendete damals das Blatt. In Psalm 73 heißt es: "Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den Herrn, dass ich verkündige all dein Tun." Der letzte Satz sei für sie wie ein Auftrag, wie eine Berufung gewesen, den sie auch zukünftig nicht vergessen wird. Sie sucht noch nach einer diesbezüglichen Aufgabe, mit der sie sich einbringen und Leute, die weniger Zeit dafür haben, entlasten kann. Natürlich wird sie auch den einen oder anderen Vertretungsdienst übernehmen. Außerdem wird sie zukünftig Besuchern der Wolkensteiner Kirche als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen. Viel von der neu gewonnenen Zeit möchte sie ihrer Familie widmen. Ihre vier Kinder haben insgesamt 17 eigene Kinder. Für sie möchte sie auf jeden Fall da sein. Darauf freut sie sich sehr. Eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für Regina Regel gibt derzeit laut Superintendent Rainer Findeisen noch nicht.