Eibenstock. Fairtrade Town /Stadt des Fairen Handels - diese Auszeichnung strebt die Stadt Eibenstock als erste Kommune im Erzgebirge und bislang kleinste in Sachsen an. Der Eine Welt Laden in Eibenstock besteht schon seit über 25 Jahren. "Die Idee ist in Aue geboren worden. Dort gibt es einen großen Eine Welt Laden und Eibenstock ist quasi die kleine Schwester. Beide Läden werden vom Verein ‚Aktion Eine Welt Aue‘ getragen", erklärt Birgit Mädler. Verkauft werden fair gehandelte Produkte, so die 58-jährige, die das Anliegen dahinter so erklärt: "Die Menschen im globalen Süden sollen die Möglichkeit bekommen zu faireren Bedingungen ihre Waren zu verkaufen. Es geht um etwas mehr Gerechtigkeit in der Welt und darum, dass Produzenten von Kaffee, Kakao und Textilien gerechteren Lohn bekommen und der Handel auf Augenhöhe passiert. Das ist mir auch persönlich ganz wichtig." Im Eine Welt Laden in Eibenstock werden hauptsächlich Lebensmittel verkauft, wie Kaffee, Kakao, Tee und Schokolade. Aber man findet genauso auch Handwerksprodukte. All diese Dinge kommen unter anderem aus Afrika und Lateinamerika. Es sind Stammkunden aus Eibenstock und der Region, aber auch Touristen und Urlauber, die Waren im Eine Welt Laden einkaufen. Auch die Stadt Eibenstock und die Kirchgemeinde beziehen Präsente von dort. Wie im Einzelhandel generell ist auch für den Eine Welt Laden der Dezember der Monat mit dem Hauptumsatz. "Es ist aktuell sehr schwierig und es tut uns leid, dass wir nicht für die Leute öffnen zu können", so Mädler. Sie selbst ist vor über 20 Jahren über eine ABM-Stelle dazu gekommen, hat das Ganze dann viele Jahre ehrenamtlich weiter begleitet und seit drei Jahren hat sie eine Teilzeitstelle inne, wo sie die Bildung- und Kampagnen-Arbeit unterstützt. Der Eine Welt Laden ist hinsichtlich Fairtrade-Town ein erster Baustein. Die Stadt Eibenstock macht sich auf den Weg und strebt den Titel an. Eine Steuerungsgruppe Fairtrade Town Eibenstock ist bereits gegründet, dort wirkt die Stadt in Persona von Bürgermeister Uwe Staab mit und ebenso der Gewerbe- und Tourismusverein Eibenstock. Was dahinter steckt? Birgit Mädler, die zur Steuerungsgruppe gehört, sagt: "Es gehört dazu, das Augenmerk auf den fairen Handel zu legen. Es müssen unter anderem auch Institutionen mitarbeiten, Gastronomie und Handel, die fair gehandelte Waren anbieten. Auch Vereine sollen dabei sein und die breite Öffentlichkeit sollte es das Ganze mittragen."  Man sei auf dem Weg: "Was noch aussteht, ist ein entsprechender Beschluss des Stadtrates." Insgesamt gibt es weltweit 2200 Städte des Fairen Handels, in Deutschland 700 und bislang lediglich 5 in Sachsen.