Augustusburg. Die Akteure Augustusburger Kulturvereine wollen mit einer Matinee zum Maifeiertag an den sächsischen Mister Swing Ostdeutschlands erinnern. Der Bandleader Fips Fleischer als berühmtester Einheimischer des Städtchens wäre am 2. Mai 2023 stolze 100 Jahre alt geworden. "Dieser Termin ist für uns Anlass, den mit Kosenamen Fips gerufenen begnadeten Musiker zu ehren", erklärt Heidrun Weber, die zu den Ideengebern dieser Geburtstagsrunde zählt. "Mitglieder des Kulturfördervereins, die Sängerinnen des Chores Choryfeen, die Augustusburger Fotofreunde, der Lionsclub Flöha/Augustusburg und der Verein Auf weiter Flur sind die Organisatoren dieser Runde", so die Vereinsvorsitzende.

 

"Mr. Swing" noch einmal im Rampenlicht

Auf der Waldbühne startet am 1. Mai ab 14 Uhr die rund zweistündige Veranstaltung. Die musikalische Gestaltung übernehmen die Akteure des Brass- und Swing-Orchesters Ottendorf unter der Leitung von Martin Ristau. Mit ihrer Melodienfolge wollen sie den ostdeutschen "Mr. Swing" mit seinen Titeln noch einmal ins Rampenlicht rücken. Fleischer, 1923 im nur unweit entfernten Hohenfichte geboren und viele Jahre im "Sonnenhof" auf dem Augustusburger Galgenberg wohnend, erhielt von einem der größten der Szene "Satchmo" Louis Armstrong im Rahmen eines gemeinsamen Gastspiels diese adelnde Anerkennung.

 

Erinnerung an den Lebensweg

Der Chemnitzer Radiomoderator Uwe Bier übernimmt den Gesprächspart des unterhaltsamen Nachmittags bei Kaffee und Kuchen, der allenfalls bei Dauerregen abgesagt werden muss. Mit Gästen will er an den Lebensweg des prägenden Akteurs der Unterhaltungskunst der DDR erinnern.

 

Mit Stars auf Tour

Fleischer erhielt sein Rüstzeug bis 1941 im Hauptfach Oboe, aber auch an Schlagzeug und Klavier, an der Musikschule Zschopau und trommelte schon früh in diversen Jazzbands. Sein Tanzorchester erarbeitete sich auch im Westen Deutschlands und vielen Ländern der Welt einen klangvollen Namen. Er begleitete Stars in Ost und West: Von Caterina Valente, Katja Ebstein über Udo Jürgens, Peter Alexander und Rex Gildo bis zu Bärbel Wachholz, Dagmar Frederic, Helena Vondrackova und Hans-Jürgen Beyer. Der Mann von Welt, für den Starallüren ein Fremdwort waren, starb 79-jährig am 25. Juni 2002 in Chemnitz. Seine letzte Ruhestätte hat er auf dem hiesigen Friedhof gefunden.

Der Eintritt zum Stell-Dich ein auf der Waldbühne ist frei, die Gastgeber lassen für erwünschte Spenden einen Hut kreisen.