Der vierte sächsische Drogen- und Suchtbericht wurde veröffentlicht. Staatsministerin Köpping erläutert:,, Wir haben ein Gut-aufgebautes Hilfe- und Unterstützungssystem in Sachsen, welches den Betroffenen und Angehörigkeiten zur Seite steht"

 

Die Wichtigkeit der Präventionsmaßnahmen

Legale und illegale Drogen verursachen nicht nur gesundheitliche Schäden, sie sind im Extremfall ein Schaden für die Gesellschaft. Das verdeutlichen Suchtberatungsstellen, Krankenhäuser und Rehakliniken und es zeigt sich dort, wo Sucht in Gewalt und Kriminalität umschlägt. Jedoch ist durch frühzeitig beginnende und kontinuierliche Prävention sowie Hilfe- und Unterstützungsangebote dagegenzuhalten. Dies unterstreicht auch der 4. Sächsischen Drogen- und Suchtbericht, der heute dem Kabinett vorgelegt wurde. Er stellt die Situation für Sachsen im Zeitraum von 2017 bis 2021 dar.

 

 

Wie entwickeln sich die Drogenmissbrauchsfälle

 

Probleme mit Stimulanzien (insbesondere Crystal) haben sich auf hohem Niveau stabilisiert. Knapp die Hälfte der Fälle, die wegen einer Problematik mit illegalen Drogen eine Suchtberatungs- und -behandlungsstelle aufsuchen, kommen wegen Stimulanzien. Konkret waren dies 1.700 Zugänge wegen Stimulanzien im Jahr 2021. Im Jahr 2016 (3. Sächsischer Drogen- und Suchtbericht) waren es 2.329 Fälle. Der positive Trend ist ein Gewinn für die Suchtberatungs- und Präventionsstellen.

 

Wo wird ein Zuwachs verzeichnet

 

Eine erhöhte Nachfrage zeichnet sich aktuell weiter für die Mediennutzung sowie Cannabis ab. Digitale Medien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Exzessive Mediennutzung hat sich bei den Fallzahlen in den Suchtberatungs- und Behandlungsstellen nahezu verdoppelt (2021: 145 Fälle; 2018: 69 Fälle). Bei Cannabis ist der Informations- und Beratungsbedarf bereits im Kontext der Diskussionen zur Gesetzgebung deutlich gestiegen. Dies könnte auch im Zuge der anstehenden Cannabislegalisierung zum Gesprächsthema werden.

 

Alkoholabhängigkeit bleibt eines großen Problem in Sachsen

 

Gesundheitsministerin Petra Köpping: "Die vorliegenden Daten zeigen, dass es in Sachsen leider umfangreiche suchtbezogene Problemlagen gibt. Am deutlichsten ist dies bei Alkohol sichtbar. 420.000 Menschen der 15- bis 64-Jährigen in Sachsen hatten einen problematischen Alkoholkonsum in den letzten zwölf Monaten. Das zeigt sich auch in den sächsischen Suchtberatungs- und -behandlungsstellen. Dort bildet Alkohol als Hauptdiagnose mit 53 Prozent weiterhin den Schwerpunkt. Besonders tragisch ist es, dass jährlich circa 500 Kinder in Sachsen mit Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD) geboren werden - eine Folge des Alkoholkonsums der schwangeren Frau.

Staatsministerin Köpping abschließend: "Ich bin dankbar, dass sich die Fachkräfte der Suchthilfe mit großem Engagement den Herausforderungen unter anderem der Corona-Pandemie gestellt und ihre Präventionsangebote und Beratungsprozesse zum Beispiel durch digitale Angebote angepasst haben. So ist es weitestgehend gelungen, dass in dieser unruhigen Zeit, die Einrichtungen der Suchthilfe Verlässlichkeit und Erreichbarkeit geboten haben und auch weiterhin bieten."

 

Präventionsmaßnahmen können bei Süchten helfen

 

Hier wird Hilfe angeboten: https://www.suchtpraevention-sachsen.de/

Mobiles Präventionsprojekt: https://www.gluecksuchtdich.de/

Drogen- und Suchtbericht: https://publikationen.sachsen.de