Diese Woche startet die bislang größte durch den Freistaat Sachsen initiierte Bevölkerungsbefragung zum Thema "Sicherheit und Kriminalität". Dazu erhalten 11.000 zufällig ausgewählte Personen ab 16 Jahren einen Fragebogen per Post zugeschickt. Ziel der wissenschaftlichen Studie ist es, fundierte Erkenntnisse über das Sicherheitsgefühl und die Kriminalitätsfurcht der Menschen in Sachsen zu erlangen. Mit der Umsetzung der Untersuchung wurde das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft beauftragt.

Subjektives Sicherheitsgefühl und Opfererfahrungen

Im Detail fragen die Sozialforscherinnen und -forscher beispielsweise nach dem subjektiven Sicherheitsgefühl, persönlichen Einschätzungen zur Kriminalitätsentwicklung und zur Furcht vor verschiedenen Formen von Kriminalität oder vor politischem Extremismus. Darüber hinaus geht es auch um eigene Opfererfahrungen sowie das Vertrauen in politische Institutionen, die Justiz und die Arbeit der sächsischen Polizei.

Innenminister Armin Schuster: "Die Ergebnisse der Studie sollen die Grundlage für eine noch effektivere Sicherheitspolitik in Sachsen sein - Bürgerinnen und Bürger, die Polizei und Justiz, aber auch die kommunale Ebene sollen spürbar davon profitieren."

Gesamtbild zum Sicherheitsgefühl in Sachsen

Entscheidend hierfür sei, dass möglichst viele der zufällig ausgewählten Personen die Fragen beantworten - so könne jeder der Angeschriebenen aktiv einen wichtigen Beitrag für die Sicherheitslage in unserem Freistaat leisten. Schuster: "Denn je mehr beantwortete Datensätze die Forschenden zur Auswertung bekommen, desto genauer wird das Ergebnis und schließlich der Nutzen für uns alle. Anhand der Daten werden wir ein aktuelles Gesamtbild zum Sicherheitsgefühl in Sachsen zeichnen können, das es in dieser Tiefgründigkeit noch nicht gegeben hat."

Fragebogen online oder schriftlich ausfüllen

Die zufällig ausgewählten Personen können die Fragen entweder online oder schriftlich beantworten. Internetadresse und der persönliche Zugangscode sowie ein QR-Code zum Einscannen stehen auf der Titelseite des zugeschickten Papierfragebogens. Ebenso liegt ein Rückumschlag bei. Das Porto wird übernommen.

Die Studie ist mitfinanziert aus Mitteln des "Periodischen Sicherheitsberichts", der aktuell gemeinsam vom Innen- und Justizministerium erarbeitet wird und in diesem Jahr erstmals veröffentlicht werden soll.

Hintergrund

Die Studie wurde im Auftrag des Freistaats vom Sächsischen Institut für Polizei- und Sicherheitsforschung an der Hochschule der Sächsischen Polizei entwickelt und geplant. Die Kontaktdaten der Befragten wurden, wie bei repräsentativen Bevölkerungsbefragungen üblich, vom beauftragten Umfrageinstitut nach dem Zufallsprinzip aus dem Melderegister ausgewählt.

Rechtsgrundlage für eine solche Gruppenauskunft ist Paragraph 46 des Bundesmeldegesetzes. Alle Antworten werden anonym - ohne Namen und Adresse - ausgewertet. Die Kontaktdaten der Befragten verbleiben unter Einhaltung aller Datenschutzvorgaben bei dem beauftragten Umfrageinstitut und werden nach Abschluss der Befragung gelöscht. Das Institut für Polizei- und Sicherheitsforschung erhält für die Analysen einen Datensatz von infas, der keine Rückschlüsse auf einzelne Personen zulässt.