"Corona-Beschlüsse", "beschlagene Brille beim Masketragen" oder "eingeschränkter Regelbetrieb" - dass solche Begriffe in der heutigen Zeit zu den Top-Anfragen in Online-Suchmaschinen gehören, ist wenig überraschend. Doch auch die Suche nach dem "Glück" erlebte im letzten Jahr ein weltweites Rekordhoch, wie eine Google-Auswertung zeigte. Kein Wunder, denn der psychische Druck wächst: Sorgen um die Gesundheit, den Arbeitsplatz und Existenzängste lassen das Glückslevel sinken. Doch kann man dem Glücksgefühl in dieser zermürbenden Zeit überhaupt auf die Sprünge helfen? Wir haben einmal nachgeforscht.

Subjektives Wohlbefinden

Der Duden definiert Glück als eine "angenehme und freudige Gemütsverfassung, in der man sich befindet, wenn man in den Besitz oder Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat". Es sei ein "Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung". Dabei sprechen Glücksforscher von einem subjektiven Wohlbefinden, das für jeden etwas anderes bedeuten kann. Internationalen Studien zufolge wird die Veranlagung zum Glücklichsein zu etwa 50 Prozent von unseren Genen bestimmt. Die persönlichen Lebensumstände machen weitere rund 10 Prozent aus. Die restlichen 40 Prozent haben wir also selbst in der Hand. Doch was können wir zu unserem eigenen Glück beitragen?

Von den Dänen lernen

Vielleicht kann ein Blick zu unseren Nachbarn helfen: Laut dem "World Happiness Report" sind die Dänen nämlich eines der glücklichsten Völker der Welt. Auf der Suche nach den Gründen fällt irgendwann das Wort "Hygge". Es beschreibt die Lebensphilosophie der Dänen, die es möglich macht, das Leben so angenehm und schön wie möglich zu gestalten - trotz äußerer Umstände, die in den nördlichen Breitengraden nicht immer einladend sind. Das Beste daran: Für "Hygge", was soviel wie "Wohlbefinden" bedeutet, braucht man im Grunde nicht viel, eigentlich nur sich selbst und eine positive Lebenseinstellung. Obwohl... eigentlich gehören auch Freunde, Familie, Open-Air-Konzerte, gemütliche Cafés und Straßenfeste zur herzlichen Hygge-Atmosphäre. Weil wir aber genau darauf gerade größtenteils verzichten müssen, schauen wir uns an dieser Stelle lieber weiter um.

Essen, essen, nochmals essen

Essen kann auch helfen: Es gibt tatsächlich "Happy Food", das uns glücklich macht: Lebensmittel, die die "aromatische Aminosäure" Tryptophan enthalten, können die Serotoninbildung ankurbeln - wenn sie mit Kohlenhydraten kombiniert werden. Zum Beispiel Käse, Eier, Fleisch, Hülsenfrüchte, Fisch, Nüsse und Getreide steigern die gute Laune. Das Problem: Wir müssen sehr viel davon essen, um einen deutlichen stimmungsaufhellenden Effekt zu verspüren. Aber zusätzliche Corona-Pfunde braucht auch kein Mensch. Schauen wir also weiter...

Offen für Glücksmomente

So bleibt uns wohl nur, das Glück im neuen Alltag zu erkennen. Statt sich auf die negative Situation zu konzentrieren, sollten wir für kleine Glücksmomente offen sein, raten Glücksexperten. Forscher haben herausgefunden, dass unter anderem das bewusste Genießen von Tätigkeiten glücklich macht. Das heißt, wir sollten uns bewusst Zeit für Dinge nehmen, von denen wir wissen, dass sie uns ein gutes Gefühl geben: die Lieblingsplatte hören, selber musizieren oder das Talent auf der Leinwand ausleben. Diese Tätigkeiten auf der täglichen To-Do-Liste steigern die positive Emotionsbilanz.

Träumen erlaubt

"Wir haben mehr glückliche Momente als unglückliche Momente. Wir müssen nur wissen, wie man sie festhält", meint der Autor Michael Kunze in seinem Buch "Der Glückskompass". Er rät: Beim Spazierengehen sollte man Wege einschlagen, die mit positiven Erinnerungen besetzt seien. Auch das Tagträumen sei wichtig. So könne man sich zum Beispiel vorstellen, wie es sein wird, wieder das Essen im Lieblingsrestaurant genießen zu dürfen. Körperliche Aktivitäten seien ebenfalls gut für das eigene Glücksempfinden. Vor allem Langstreckenläufer kennen das, wenn das Gehirn nach ein paar Kilometern opiatähnliche Substanzen freisetzt.

Frühling hebt die Stimmung

Ein weiterer Hoffnungsschimmer: der nahende Frühling! Die Sonne hellt die Stimmung auf. Trifft ihr Licht auf die Haut, werden Glückshormone - sogenannt Endorphine - ausgeschüttet. Dazu gehört beispielsweise das Serotonin. Das Hormon, das für viele komplexe Abläufe im menschlichen Körper zuständig ist, wird auch als Aktivitätshormon oder als Botenstoff des Glücks bezeichnet. Parallel wird mit länger werdenden Tagen der Anteil des "Schlafhormons" Melatonin zurückgedrängt. Um alle positiven Wirkungen des Frühlings für sich auszunutzen, empfehlen Experten, sich täglich mindestens 15 Minuten lang im Freien zu bewegen - egal ob die Sonne scheint oder nicht.