Frohburg. Mit dem 59. Frohburger Dreieckrennen erlebte die Kult-Veranstaltung an diesem Wochenende die vorherige Ausgabe vorm nächsten großen Jubiläum, welches im Normalfall im nächsten Jahr gefeiert wird.

Am traditionellen dritten Wochenende im September füllten 218 Namen von 14 Nationen die Starterlisten der sieben Motorradrennklassen. Ein nicht unerheblicher Teil waren Doppelstarter, denn sowohl die Klassen IRRC Superbike und die Superbike Open wie auch die IRRC Supersport und die Kategorie Supersport/Superstock 600/Moto2 schöpften ihre Teilnehmer aus dem gleichen Topf. Hinzu kamen der Twin Cup sowie die beiden 2-Takt-Klassen Klassik und GP.

Spannung bis zum Schluss

Im Mittelpunkt des Interesses standen wieder die beiden IRRC-Klassen (International Road Racing Championship), denn bei ihnen handelt es sich, wie der ausführliche Name schon verrät, um eine richtige Rennserie. Nach den vorangegangenen Rennen in im niederländischen Hengelo, im finnischen Imatra, im belgischen Chimay sowie in Horice in Tschechien war das Frohburger Dreieckrennen erneut der Finallauf, bei dem die Titelentscheidungen fallen mussten.

In der Top-Klasse IRRC-Superbike war David Datzer aus dem bayrischen Vilsbiburg mit 134 Punkten nach Sachsen gereist. Drei Zähler weniger hatte der Belgier Vincent Lonbois, die das Ding letztendlich unter sich ausmachten. Rechnerische Chancen hatte auch der Schweizer Lukas Maurer, doch hätte er zum einen Schützenhilfe und zum anderen mindestens den gleichen Speed wie David Datzer und Vincent Lonbois auf dem 4,75 Kilometer langen Bedarfs-Straßenrennkurs benötigt.

Im ersten Rennen auf im Wesentlichen trockener Strecke, die zugleich und zum Glück nur tröpfchenweise minimal berieselt wurde, bildete sich an der Spitze ein Trio mit den beiden Titel-Hauptkontrahenten sowie dem Lokalmatador Didier Grams aus Limbach-Oberfohna. Am Ende wetzte Vincent Lonbois als Sieger über den Zielstrich und der fünffache IRRC-Superbike-Champion aus Sachsen winkte etwas unsportlich seinen Landsmann und Kumpel David Datzer auf den letzten Metern noch vorbei, um ihm den zweiten Rang zu überlassen. Damit kam es im zweiten Rennen, vor dem es nun 156 zu 154 Punkte zu Gunsten von Vincent Lonbois stand, zum ultimativen Showdown, sprich, wer vom anderen weit vorn ins Ziel kam war Champion. Der zweite Westsachse im Feld, der Hohenstein-Ernstthaler Nico Müller wurde Zwölfter.

Das zweite Rennen fand im Regen statt und brachte schon nach wenigen Metern eine klare Vorentscheidung. David Datzer war als Führender in die erste Kurve eingebogen, hatte jedoch an deren Ausgang einen Highsider und lag auf der Nase. Zwar eilte er dem Feld hinterher, doch Vincent Lonbois' Aufgabe bestand von nun an nur noch darin, das Rennen auf einem x-beliebigen Platz zu beenden, Hauptsache vor dem hoffnungslos zurück liegenden David Datzer, falls der noch in die Punkteränge käme. Das schaffte David Datzer als 15. zwar, doch Vincent Lonbois trug seine Yamaha auf dem siebenten Rang um den Kurs bis ins Ziel.

Das Rennen gewann der südafrikanische Superbike-Meister Clinton Warrick Seller von Rico Penzkofers neu formiertem Team SYNTAINICS Racing Team by penz.13 vor Lukas Maurer und dem Schweden Markus Karlsson. Die höchst inoffizielle Sachsenmeisterschaft entschied Didier Grams als Fünfter knapp vor Nico Müller für sich.

Titel war nur Formsache

In der Klasse IRRC Supersport war der Tscheche Marek Cerveny so gut wie durch, doch ein paar Punkte benötigte er noch, um auch am Ende vor dem Niederländer Jorn Hamberg zu sein. Wenngleich Jörn Hamberg das erste Rennen vor dem Schleizer Thomas Walther gewann, reichte Marek Ceveny ein dritter Platz locker zum leicht vorzeitigen Titelgewinn. Das zweite Rennen auf regennasser Strecke, bei dem es nur noch ums Prestige ging, gewann erneut Jörn Hamberg, diesmal vor Marek Cerveny und Thomas Walther. Damit machte der Schleizer seinen schon im Vorfeld eingenommenen dritten Tabellenrang endgültig dingfest.

Im zweiten offenen 600er-Rennen durfte sich Rico Vetter aus Börnichen über einen feinen zweiten Platz freuen.

In den Zweitaktklassen mischten mit dem Ex-Auerbacher Thomas Wittig und dem Rodewischer Stefan Tennstädt auch zwei ehemalige DDR-Meister wieder mit. Ebenso der frühere Haudegen, ebenfalls aus der damaligen Klasse bis 250 ccm Zweizylinder, Thomas Lucas aus Zug bei Freiberg.

In zweiten Rennen der Klasse 2-Takt GP fuhr Christ Meyer aus Reinsdorf auf den dritten Rang.

Und nächstes Jahr das nächste Jubiläum

Insgesamt war das 59. Frohburger Dreieckrennen wieder eine gelungene Veranstaltung, wenngleich das Wetter zwar besser war als prognostiziert, sich mit dem einen oder anderen teilweise länger anhaltenden Regenschauer aber dennoch nicht von seiner besten Seite zeigte. Die düsteren Aussichten und niedrigen Temperaturen dürften wohl letztlich den einen oder anderen Zuschauer schon im Vorfeld vom Kommen abgehalten haben. Hoffen wir für das 60. Frohburger Dreieckrennen im nächsten Jahr, dem Anlass entsprechend, auf bestes Rennwetter bei vollem Sonnenschein. Verdient hätte es der Jahr für Jahr aufopferungsvoll kämpfende MSC Frohburger Dreieck allemal.