Sachsenring. Gut eine Woche vor der sehnsüchtig erwarteten Rückkehr der DTM auf den Sachsenring vom 8. bis 10. September testeten die Protagonisten der wichtigsten und prestigeträchtigsten deutschen Autorennserie am heutigen letzten Tag im August auf der Kultrennstrecke vor den Toren Hohenstein-Ernstthals.

Möglich wurde das, weil einst dem Sachsenring zehn sogenannte Motorsporttage (ohne Lärmbeschränkungen) pro Kalenderjahr genehmigt wurden, jedoch in diesem Jahr nur neun insgesamt respektive je drei für die IDM - Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft im Mai, den Motorrad Grand Prix von Deutschland im Juni sowie besagtes DTM-Event am zweiten September-Wochenende in Anspruch genommen wurden bzw. werden. Notwendig wurde das aus eben diesem Grund und weil, im Gegensatz zu anderen Rennstrecken im DTM-Kalender, somit auf dem Sachsenring für die atemberaubenden GT3-Sportwagen keine Trainingsmöglichkeiten bestehen. Somit verwunderte es kaum, dass das Gros der DTM-Teams und -Fahrer diesen Test-Tag ausgiebig nutzten.

 

Testen was das Zeug hält

 

Los ging das kernige Motorengedröhn pünktlich 8:30 Uhr, und nach der Mittagspause von 13:00 bis 14:00 Uhr drehten die Boliden bis zur letztmöglichen Trainingsminute vorm Glockenschlag 18 Uhr ihre Runden. Da es kein offizieller Test war, gab es auch keine offizielle Zeitnahme, doch nun wo sich die DTM-Saison 2023 gen ihrem Ende neigt, ist davon auszugehen, dass vor allem die im Titelkampf befindlichen Teams und Fahrer ihre Hausaufgaben besonders akribisch gemacht haben. Diese waren heute allen voran der Meisterschaftszweite Thomas Preining aus Österreich mit seinem Porsche 911 GT3 R vom Team Manthey EMA und der Tabellendritte Ricardo Feller aus der Schweiz in einem Audi R8 LMS GT3 EVO II vom Team ABT Sportsline. Sie liegen in der Zwischenwertung bei noch 150 zu vergebenden Punkten nur deren sieben bzw. 19 hinter dem Tabellenleader Mirko Bortolotti. Dessen Lamborghini Huracan GT3 EVO 2 vom Team SSR Performance drehte zwar ebenfalls fleißig seine Runden, doch da der in Wien lebende Italiener sich wohl gemäß nebulöser Gerüchteküche jüngst bei einem Crash bei einem anderen Test verletzt hatte, wurde sein Lambo offiziell "planmäßig" vom britischen Werks- und Testfahrer Sandy Mitchell pilotiert.

Ebenfalls fleißig waren der Vorjahreschampion Sheldon van der Linde aus Südafrika mit seinem BMW M4 GT3 vom Team Schubert Motorsport und der Österreicher Lucas Auer vom Team WINWARD Racing mit einem Mercedes-AMG GT3. Auch sie liegen in der Meisterschaft noch in aussichtsreichen Positionen. Die sechste in der DTM 2023 involvierte Marke im stets 26 bis 28 Autos umfassenden Feld ist Ferrari. Deren bester Fahrer, der Brite Jack Aitken, inspizierte den Sachsenring allerdings nicht mit seinem Einsatz-Fahrzeug, einem Ferrari 296 GT3 vom Team EMIL FREY RACING, sondern mit einem identischen Test-Auto. Hinzu kamen ein paar Fahrerpaarungen aus dem ADAC GT Masters, unter anderem die Gesamtführenden Finn Gehrsitz/Sven Müller in einem Porsche 911 GT3 R vom Team Joos by RACEmotion.

 

Drei tolle Tage

 

Die drei tollen Tage beginnen am Freitag, dem 8. September, mit den Trainings an die sich die beiden nahezu gleichwertigen kombinierten Qualifikations- und Renntage Samstag und Sonntag (9. und 10. 9.) anschließen. Neben der DTM sind das ADAC GT Masters, die ADAC GT4 Germany, der Porsche Carrera Cup Deutschland sowie der BMW M2 Cup im Programm.