Plauen. Vielfach lobpreisen zahlreiche Politiker die Elektromobilität. Doch im Handel hört man auch andere Stimmen. Warum das so ist, erklärt Autobund-Gründer Erich Laube. Der im Vogtland wegen seiner großen Erfahrung als Experte geschätzte Unternehmen, begegnet der boomenden Elektromobilität und den damit verbundenen Herausforderungen im Handel mit Skepsis: "Mit weniger als 500 Kilometern mag sich kaum jemand begnügen, ein knappes Viertel der Deutschen wünscht sich gar mehr als 800 Kilometer Reichweite." Die E-Fahrzeuge dürften nach seiner Meinung nicht mehr kosten als vergleichbare Verbrenner und müssten sich in maximal 30, besser noch 20 oder zehn Minuten laden lassen - und zwar in einem Umkreis von maximal fünf Kilometern oder gern auch gleich direkt vor der Haustür. Erich Laube gibt zu bedenken: "Um mit einem Plug in-Hybrid oder Elektrofahrzeug glücklich zu werden, muss man in Genuss der Steuervorteile eines Firmenwagens kommen und darüber hinaus auf den Anhängerbetrieb verzichten. Wer kein Eigenheim hat, nicht genug Zeit für Reiseplanung sowie Geld und Geduld mitbringt, sollte ein E-Mobil nur als zweit- oder Drittfahrzeug anschaffen", findet der Experte.

Es fehlt Infrastruktur und Preisharmonie an den Zapfsäulen

Erich Laube vertritt auf BLICK-Nachfrage diese Ansicht: "Es gibt nur zwei Möglichkeiten! Entweder wird die staatliche Förderung noch höher ausfallen und über 2021 hinaus verlängert oder die Elektrofahrzeuge werden sehr bald wesentlich günstiger in der Herstellung. Aktuell ist es aus wirtschaftlicher Sicht nur sinnvoll, einen Kleinwagen als Elektrofahrzeug zu empfehlen", so Geschäftsführer der Autobund GmbH. "Wer eine hohe Kundenzufriedenheit schaffen will, kommt aus unserer Sicht in den nächsten zwölf bis 18 Monaten nicht daran vorbei, Privatnutzern von der Anschaffung eines Elektrofahrzeuges abzuraten", sagt der Firmengründer mit Sitz in Weischlitz und Neuensalz. Der Branchenprofi verwies auf eine Reihe von Nachteilen und Unsicherheiten im Vergleich zu klassischen Verbrennern. Dazu gehörten nach wie vor die Anschaffungskosten, Reichweite, Ladeinfrastruktur und auch die Wertentwicklung. "Der Wertverlust bei E-Fahrzeugen ist nahezu unberechenbar. Eine objektive Beratung unter Beachtung aller Bedürfnisse und Wünsche des Kunden dürfte nahezu unmöglich sein, weil selbst die Fachleute nicht wirklich wissen, wann die Infrastruktur steht und eine Preisharmonie an den Zapfsäulen herrscht."

Trotzdem wolle das Unternehmen Autobund diese wichtige Marktentwicklung nicht verschlafen, betonte der Unternehmenschef. Demnach hatte der Systemgeber für den Mehrmarkenvertrieb zu Jahresbeginn ein Abo-Angebot für Elektroautos aufgelegt. Zudem würden den rund 100 Mitarbeitern im Unternehmen verstärkt E-Fahrzeuge als Dienstwagen angeboten - Stromlieferung inklusive. Erich Laube: "Dafür wurde unser Logistikzentrum in Weischlitz extra mit sechs Ladestationen aufgerüstet." In den eigenen Niederlassungen gebe es überdies bereits Elektro- und Plug-in-Hybridautos als Werkstattersatzwagen, darunter seien acht Renault Zoe und zwei VW ID.3. Die Autobund GmbH bietet einen bundesweiten Mehrmarkenvertrieb über ein autorisiertes Partnernetz. Diesem sind mittlerweile mehr als 120 Kfz-Betriebe angeschlossen, die Zugriff haben auf über 1.000 Lagerfahrzeuge. Weite Informationen zum Thema gibt es Internet auf der Seite www.autobund.de