Plauen. Die Spitzenstadt bleibt weiter im Kulturraum Vogtland-Zwickau. Das ist das Ergebnis eines Stadtratsbeschlusses am Dienstagabend in der Plauener Festhalle. Vorausgegangen war kontrovers und zum Teil emotional geführte Debatte. Nach der Entscheidung brandete Beifall aus den Reihen der Gäste auf.

Vor der Sitzung forderten Kulturschaffende und Gewerkschafter ein klares Bekenntnis der Politik für den Verbleib im Kulturraum. So ist es dann auch entschieden worden. Doch die Sache hat einen Haken. Eigentlich ist das eine Pflichtaufgabe des Vogtlandkreises. Während der Sitzung machte sich Plauens Kämmerin Ute Göpel Luft. Aus ihrer Sicht werde zu viel erwartet. Seitdem Plauen 2009 die Kreisfreiheit verlor, sei einiges in Schieflage geraten. Der Vogtlandkreis komme seinen Verpflichtungen für die Kulturfinanzierung nicht angemessen nach, kritisierte die Finanzfachfrau. Im Kreis-Etat gebe es ihrer Einschätzung nach ganz andere Spielräume. Nach der Entscheidung muss Plauen die Last der 770.000 Euro weiter schultern.

Im Vorfeld der Stadtratssitzung unterzeichneten Vertreter der Kulturbranche - darunter das Theater und das Kulturzentrum Malzhaus - einen an die Verantwortlichen im Rathaus gerichteten offenen Brief. Gerade in Perspektive der Bewältigung der massiven gesellschaftlichen Verwerfungen in Folge der Corona-Krise sei es wichtig, so die Verfasser, dass die Stadt weiterhin im Kulturraum bleibt. Sonst könnten bei der Verteilung von Mitteln Nachteile für die Plauener Institutionen entstehen.