Plauen. Das war Ende und Anfang in einem. Im vorerst letzten Bundesliga-Heimspiel erkämpfte der SV 04 Oberlosa gegen die HG Hamburg-Barmbek ein 23:23-Unentschieden (13:12). Beide Teams waren nach der Schlusssirene aus der dritten Liga abgestiegen und begannen direkt im Anschluss mit dem Neustart. "Wir haben in den letzten Spielen allen gezeigt, dass wir gerechtfertigt in dieser unglaublich starken Liga dabei waren. Wir müssen die richtigen Lehren ziehen und dann wollen wir versuchen, zurückzukommen", kündigte der Plauener Kapitän Torsten Wetzel an. Auch Gästetrainer Felix Charbatzadeh sprach sofort vom "Hamburger Unternehmen Wiederaufstieg".

Torwart Benas Vaicekauskas trifft zweimal

Das Spiel begann kurios. Barmbek verzichtete im Angriff zugunsten des siebenten Feldspielers auf den Torwart und so durften Benas Vaicekauskas (2 Tore) und Sebastian Naumann jeweils ins leere Hamburger Tor einnetzen (3:1). Danach steigerten sich die Gäste erheblich und wendeten das Blatt. Den 8:10-Rückstand verwandelten jedoch die Plauener Jakub Kolomaznik, Sebastian Naumann, Philip Trommer-Ernst, Ivan Kucharik und Moritz Rahn mit fünf Toren in Folge in eine 13:10-Führung. Die Seiten wurden beim Stand von 13:12 gewechselt und auch im zweiten Durchgang geriet Oberlosa mit drei Toren (17:20) in Rückstand.

Hamburg sieht Rot

Die Auszeit von SV-Trainer Ladislav Brykner wirkte Wunder. Sein Keeper Max Flämig parierte prächtig, Ivan Kucharik traf zum 18:20 und der Hamburger Bo Hendrik Matussek sah nach einem Foul die Rote Karte. Jetzt gerieten die Gäste aus dem Tritt und Moritz Rahn traf per Doppelpack zum 20:20-Ausgleich (52.). Wie bereits beim 21:21-Remis im Hinspiel "wurde die Schlussphase zu einem ziemlichen Durcheinander, in dem es wieder keinen Sieger gab, obwohl beiden Teams nur eine Fingerspitze zum Sieg fehlte", schätzte Barmbek-Coach Felix Charbatzadeh ein.

Nächste Woche geht's nach Bremen

Plauens Torjäger Ivan Kucharik stand nach Spielschluss zwischen den Welten: "Wir haben zweimal nicht gegen Hamburg verloren. Das ist gut. Aber wir haben in dieser Saison eben zu oft Punkte liegen lassen. Deshalb steigen wir ab. Wenn man sieht wie unsere sensationellen Fans trotz des nun feststehenden Abstieges den Punktgewinn feiern, weiß ich gar nicht so richtig, ob ich weinen oder lachen soll." Kapitän Torsten Wetzel fand ein wunderbares Schlusswort: "Manchmal ist ein Schritt zurück nur der Anlauf. Wir wollen gerne zurück in die 3. Bundesliga." Der Verein spendierte seinem Anhang anschließend 100 Liter Sternquell-Freibier. Am kommenden Sonntag muss Oberlosa zum Tabellenletzten Habenhausen. Im Bremer Stadtteil soll der dritte Platz in der Abstiegsrundengruppe 3 verteidigt werden.

Statistik

SV 04 Oberlosa: Vaicekauskas (2 Tore), Flämig, Raupach - Jusys, Wetzel (1), Cornelius (1), Roth, Skalda (1), Trommer-Ernst (1), Wokan, Hertel (1), Kolomaznik (1), Rahn (4), Kucharik (5), Naumann (6/davon 4 Siebenmeter)

Zuschauer: 368