Plauen/Oelsnitz. Einmal im restlos ausverkauften Vogtlandtheater auf der Bühne ganz vorne stehen. Das Publikum mitreißen. Den Jubelsturm genießen. Dieser Traum ist jetzt für Musiklehrerin Julia Groß aus Plauen wahr geworden. 93 Schüler, das Lehrerkollegium der Oberschule Oelsnitz, 430 Konzertbesucher und Tina Tandler wurden Teil dieses historischen Ereignisses. Sie alle werden das grandiose Festkonzert der Bläserklassen nie vergessen.

 

Kaisermania: Tina Tandler spielt am Elbufer in Dresden

 

Tina Tandler? "Ja, natürlich. Dieses Projekt ist so verrückt, dass ich einfach mitmachen musste", lachte die Saxofonistin von Roland Kaiser. Tina Tandler hat sich an der Seite des Schlagerkönigs selbst zum Star entwickelt. Elf Jahre lang begeistert sie schon tausende Fans am Elbufer in Dresden und anderen Metropolen, wo die Kaisermania gastiert. Die Randberlinerin gilt als bestes Pferd im Stall von Roland Kaiser und die gebürtige Geraerin ist bundesweit prominent.

 

Zweieinhalb Stunden Gänsehautprogramm

 

Weshalb aber sollte diese rothaarige Powerlocke bei einem Schulkonzert in Plauen mitwirken? Und wie kommt die Oberschule Oelsnitz zu solch einer funkelnden Bühne im Vogtlandtheater? "Das verdanken wir alles unserer Julia. Ich kann es selbst noch gar nicht richtig glauben", staunte Schulleiter Ralf Agather, als er zusammen mit den 430 Gästen vor diesem gigantischen Bühnenbild stand. Eine Mama meinte: "Die Theaterleute haben hier echt alles gegeben. Man könnte meinen, heute spielt die Vogtlandphilharmonie." Es folgten zweieinhalb Stunden Gänsehautprogramm. Das größte war auch zugleich das beste Festkonzert, welches jemals von der Oelsnitzer Oberschule dargeboten wurde. "Wir haben ja auch drei Tage lang pausenlos zusammen geprobt", verriet Tina Tandler, als wäre ihr enormes Engagement selbstverständlich.

 

So haben sie sich kennengelernt...

 

"Wie wir uns kennengelernt haben? Na über Facebook. Die Julia spielt genau wie ich Saxofon. Wir haben zuerst geschrieben, dann telefoniert, dann trafen wir uns bei Konzerten und nach ein paar Jahren waren wir richtig gute Freundinnen", berichtet Tina. Der Musikprofi traf bereits am Montag dieser Woche im Vogtland ein. Julia Groß fügt hinzu: "Wir haben knallhart mit unseren Schülern gearbeitet. Ich kann nur eins sagen: Wenn wir in unsere Jugendlichen Kraft, Zeit und ganz viel Liebe investieren, dann kommt da auch was ganz Tolles bei raus", lässt die 38-Jährige nichts auf ihre Schützlinge kommen.

 

Die Julia hat's gemacht!

 

Ins Vogtlandtheater "einziehen" durften die Oelsnitzer, weil Julia Groß seit 2004 Im Plauener Spielhaus tätig ist. Die Frohnatur begrüßt und verabschiedet hier die Besucher zum Beispiel als Garderobiere. "Und obwohl Julia jetzt Lehrerin ist, macht sie das bis heute", verrät ihre Mama Steffi. Julia wollte eigentlich etwas anderes werden, studierte Germanistik und Französisch. Doch aus der damaligen Jobnot heraus wählte sie das Lehramt und nachdem die Ostvorstädterin elf Jahre in Dresden verbracht hatte, bekam sie 2016 an der Oelsnitzer Oberschule eine Chance.

 

Dankeschön!

 

Für Musiklehrer Daniel Nötzold und alle anderen Kollegen ist sie ein Glücksfall. Denn Julia arbeitet als Teamplayer und im Gespräch mit BLICK.de wünschte sich die Musiklehrerin: "Es wäre schön, wenn es weniger um mich ginge. Wir haben alle zusammen fast ein Jahr auf dieses Konzert hingearbeitet. Wir müssen mindestens Nina Zaricor,die Musiklehrer Ines Renner, Renate Schwenk, Stephan Michels und Tobias Prosche, Christian Püttner, Heidi Falgenhauer, Claudia Wetzel, Immanuel Bittrich, Kathrin Damaschke, Silvia Ritter, Tom Eisel, Tina Tandler, Pavel Konrad, Cornelia Vereecke-Richter, Teetje Pieschke, Moderatorin Josie sowie den Schulförderverein erwähnen", findet Julia, die auch Deutsch, Französisch, Englisch, sowie im Fach Orchesterklassen unterrichten kann.

 

Die Oelsnitzer Oberschule macht vor, was möglich ist

 

Die Tradition der Bläserklassen hatten in Oelsnitz der damalige Direktor Klaus Pletz und Musiklehrer Carsten Schlosser begründet. Seit 2005 wird jedes Jahr eine Bläserklasse gebildet. "Wir haben mehr als 50.000 Euro in Instrumente investieren können. Ich bin unglaublich dankbar für staatliche Förderungen und dass so viele Leute Geld gespendet haben", betont Schulleiter Ralf Agather. Über 3.000 Euro wurden an dem Abend gespendet.