Plauen. Der VFC ist nach vier Spieltagen Vorletzter der Fußballoberliga. Die Plauener kassierten beim 0:2 (0:1) gegen Aufsteiger SC Freital bereits die dritte Saisonniederlage. Cheftrainer Robert Fischer fand deutliche Worte. Der Übungsleiter vermisst den nötigen Biss vor dem gegnerischen Tor.

 

Plauen wieder überlegen und trotzdem erneut der Verlierer

Es fühlte sich an wie ein Déjà-vu. Die Plauener waren bereits im ersten Heimspiel gegen Sandersdorf (0:1) drückend überlegen. Auch diesmal brachte es der VFC auf 13:4 Torchancen und 12:3 Ecken. Entsprechend ratlos wirkte der Plauener Rechtsverteidiger Kevin Walther: "Es ist Wahnsinn! Wir belohnen uns einfach nicht für unseren Aufwand und bringen den Ball nicht über die Linie." Die Vogtländer Nyber (14./26.) und Alexander Morosow (18.) besaßen gute Gelegenheiten. Die vierte Großchance vereitelte Schiedsrichter Ralf Schwethelm (Wingerode), der nach einem Freitaler Foul den Plauener Vorteil abpfiff, um Gelb zu zücken, anstatt den Ausgang des Angriffszuges im Gästestrafraum abzuwarten.

 

30-Meter-Freistoß landet trotz Warnung im VFC-Tor

Ebenso unglücklich gerieten die Spitzenstädter dann auch noch in Rückstand. Vor einem 30-Meter-Freistoß rief der Plauener Coach Robert Fischer seinem Schlussmann Marius Kuhl laut und deutlich zu: "Achtung, der schießt direkt!" Trotz dieser Vorankündigung schlug der Freistoßkracher des Freitaler Kapitäns Robin Fluß im linken Eck zum 0:1 (45.+1) ein. "Ich stand einen Schritt zu weit vom langen Pfosten weg und habe den Ball sehr spät gesehen", räumte der VFC-Keeper seinen Fehler ein. Marius Kuhl rückte zwischen die Pfosten, weil sich VFC-Stammtorwart Fritz Böttcher beim 3:1-Sieg in Auerbach die Leiste gezerrt hatte und nicht rechtzeitig wieder fit wurde.

 

Gästetrainer: "Die Halbzeitführung war sehr, sehr glücklich"

Gästetrainer Knut Michael sprach es zur Halbzeit ganz klar an: "Die Führung hier in Plauen ist sehr, sehr glücklich. Man hat das Gefühl, als säßen wir noch im Bus." Mit der Führung im Rücken erwachte der bislang ungeschlagene Aufsteiger nach dem Seitenwechsel. William Wessely (48.) traf die Plauener Querlatte und Colin von Brezinski (53.) sowie Robin Fluß (61.) scheiterten jeweils an VFC-Schlussmann Marius Kuhl. Von da an drängten die Platzherren auf den Ausgleich. Am fehlenden Willen der Vogtländer lag es nicht. In die Chancenstatistik trugen sich Kevin Walther (65.), Alexander Morosow (66.), Moritz Kretzer (69./82.) sowie zuletzt Christopher Bibaku (78./85.) ein. Während die Plauener ständig scheiterten, gelang dem Freitaler Philip Weidauer (86.) im direkten Gegenzug das zweite Tor für Freital.

 

Freital nutzt die Plauener Abschlussschwäche

Das 0:2 kommentierte der Ex-Plauener Eric Ranninger so: "Wir hatten als Aufsteiger hier nichts zu verlieren und haben am Ende die Plauener Abschlussschwäche abgezockt ausgenutzt. Der VFC ist für mich trotz des Fehlstarts ein Titelaspirant", schätzt der Freitaler Mittelfeldspieler ein. Weil auch die nächsten Versuche der Gastgeber durch Lucas Albert (87.) und Patrick Grandner (90.+2) nichts einbrachten, wetterte VFC-Cheftrainer Robert Fischer in der Pressekonferenz: "Dieses Spiel ist nicht zu entschuldigen, weil die gesamte Mannschaft die sich bietenden Möglichkeiten insgesamt gesehen kläglich vergeben hat. Vor dem Tor müssen wir mit viel mehr Biss in die Bälle reingehen. Wenn man in zwei Heimspielen kein Tor erzielt, muss man sich nicht wundern, wenn der Gegner jedes Mal jubelt. Da nützt es auch nichts, wenn man die bessere Mannschaft ist", so Robert Fischer.