Hockenheim. Als eine der letzten deutschen Rennserien beendete an diesem Wochenende auch das ADAC GT Masters seine Saison 2022. In Hohenstein-Ernstthals Partnerstadt Hockenheim bildeten bei herrlichem Herbstwetter über 26.000 Zuschauer übers gesamte Wochenende den würdigen Rahmen.

 

Wichtigster Titel schon am Samstag vergeben

 

Im gleich der gesamten Rennserie lautenden ADAC GT Masters fiel die Titelentscheidung bereits am Samstag im üblichen Rennen über eine Stunde mit obligatorischem Fahrerwechsel bei etwa Rennmitte. Dazu genügte dem Schweizer Raffaele Marciello und seinem spanischen Kompagnon Daniel Juncadella in einem Mercedes-AMG GT3 vom Team MANN-FILTER Team LANDGRAF ein fünfter Platz, um allerdings nur Raffaele Marciello zum Champion der offiziellen Internationalen GT Meisterschaft zu machen. Daniel Juncadella hatte erst beim fünften der sieben Saisonrennen die Fronten innerhalb der Mercedes-Familie gewechselt und bildete ab dem Lausitzring eine Fahrerpaarung mit Raffaele Marciello.

Obwohl Christian Engelhardt aus Starnberg und der Türke Ayhancan Güven in einem Porsche 911 GT3 R das Samstagsrennen gewannen, konnten sie Raffaele Marciellos leicht vorzeitigen Titelgewinn nicht mehr verhindern. Zweite wurden die Franzosen Athur Rougier und Franck Perera in einem Lamborghini Huracan GT3 Evo des Teams Emil Frey Racing. Mit einem starken Finish sicherte der italienische Lamborghini-Werksfahrer Marco Mapelli sich und seinem Motorsport-Partner Maximilian Paul aus Dresden in einem weiteren "Lambo", allerdings vom familieneigenen Team Paul Motorsport eingesetzt, den dritten Rang.

 

"Schaulaufen" vorzeitig beendet

 

Beim "Schaulaufen" am Sonntag sicherten sich Fabian Schiller aus Troisdorf und der Franzose Jules Gounon in einem Mercedes-AMG GT3 vom Mercedes-AMG Team ZVO den letzten Sieg des Jahres vor Jusuf Owega aus Köln und dem Schweizer Ricardo Feller, dem das Team Montaplast by Land Motorsport wieder einen Audi R8 LMS evo II GT3 anvertraut hatte. Auch diesmal sicherten sich Marco Mapelli und Maximilian Paul den dritten Platz auf dem Podest, wobei diesmal dem Sachsen die Ehre zuteilwurde, den Schluss-Stint zu fahren und die Kastanien in der vorletzten Runde aus dem Feuer zu holen. Er gab dabei zwar Christian Engelhardt das Nachsehen in Sachen Podest, doch sicherte sich die bayrisch-türkische Auto-Liaison auch mit Platz vier die Vizemeisterschaft vor Fabian Schiller und Jules Gounon. Raffaele Marciello und Daniel Juncadella schieden bei Rennmitte aus. Maximilian Paul und Marco Mapelli beendeten die Saison 2022 auf dem elften Gesamtrang.

 

Zweiter Sachse mit wenig Glück

 

In der Nachwuchsserie des ADAC GT Masters, der ADAC GT4 Germany, teilten sich Vincent Andronaco/Leo Pichler (GER/AUT, Porsche 718 Cayman GT4 RS CS, Allied-Racing) und Finn Zulauf/Lukas Schreier (GER/GER, Porsche 718 Cayman GT4 RS CS, AVIA W&S Motorsport) die letzten beiden Laufsiege. Meister wurden Mike David Ortmann aus Ahrensfelde und Hugo Saase aus Aschersleben in einem Aston Martin Vantage GT4 vom Team PROspoet Racing. Ihnen hätte in Hockenheim weit weniger genügt als ein fünfter sowie zweiter Platz.

Simon Connor Primm aus Großschrima und sein Partner Nico Hantke aus Hürth wurden in einem weiteren Aston Martin Vantage GT4, allerdings Team Dörr Motorsport, am Samstag Zwölfte und schieden am Sonntag nach einer Kollision Hantkes vorzeitig aus. Obwphl sie bis auf zwei Mal immer gepunktet hatten, landeten sie in der Endabrechnung nur auf dem 22. Rang.

Unter falscher Flagge war auch das am Sachsenring beheimatete Team East Racing am Start. Unter dem Bewerbernamen Herbert Motorsport pilotierten Ralf Bohn aus Alsfeld und Alfred Renauer aus Jedenhofen einen leuchtgelben Porsche 718 Cayman GT4 CS MR, der gewöhnlich am Sachsenring vorbereitet wird. Am Sonntag durften sich Ralf Bohn und Alfred Renauaer sogar über den dritten Platz in der integrierten Trophy-Wertung freuen.

 

Zwei reisten bereits als Meister an

 

In der Tourenwagenserie ADAC TCR Germany stand Martin Andersen (DEN, Honda Civic FK7 TCR, LIQUI MOLY Team Engstler) bereits als neuer Titelträger fest. Bei den beiden Hockenheim-Laufsiegen seines polnischen Teamkollegen Szymon Ladniak begnügte sich der Süd-Skandinavier mit einem zweiten und einem dritten Platz.

Mit Laurin Heinrich aus Kürnach wurde auch im Porsche Carrera Cup Deutschland der neue Gesamtsieger bereits beim vorletzten Saisonrennen vor vier Wochen auf dem Sachsenring gekürt. In Hockenheim wurde er einmal Dritter und einmal Vierter. Der Niederländer Larry ten Voorde gewann beide Rennen.

Ebenso gewannen Torsten Kratz und Leonard Weiss vom Team WTM Racing in einem Duqueine D08 beide Rennen des neuen Prototype Cup Germany für spektakuläre offene Sportwagen, wie man sie unter anderem bei den 24h von Le Mans bewundern kann. Die ersten Gesamtsieger wurden allerdings der Lampertheimer Marvin Dienst und der Türke Berkay Besler, die einen Ligier JS P320 vom Team WTM Racing pilotierten. Nachdem sie am Samstag ausrollten, recihte ihnen am Sonntag der vierte Platz im kurzen Langstreckenrennen über je eine knappe Stunde.