Sachsenring. Heute feiert ein Mann seinen 40. Geburtstag, der auch auf dem Sachsenring klein angefangen, sich unter anderem hier empor gedient und es schließlich bis zum Formel-1-Fahrer gebracht hat - Timo Glock.

Demzufolge erblickte Timo Glock am 18. März 1982 das Licht der Welt, und zwar in Lindenfels im Odenwald im südhessischen Kreis Bergstraße. Seine Motorsportkarriere begann er 1996 im Motocross-Sport, doch schon 1997 wechselte er auf vier Räder ins Kart. 2000 ging es für ihn dann in den Formel-Sport und er fuhr zunächst im BMW ADAC Formel Junior Cup, der in die BMW Formel ADAC eingebettet war. Unter anderem mit seinem Doppelsieg im Rahmen der DTM-Premiere auf dem Sachsenring vom 4. bis 6. August 2000 wurde er auf Anhieb Meister der Juniorenklasse.

Ein Jahr später gewann er dann auch den Meistertitel der "richtigen" BMW Formel ADAC, wobei die Rennen auf dem Sachsenring mit den Plätzen fünf und vier zu seinen etwas schwächeren zählten.

Nachdem er auch diese Mission erfolgreich beendet hatte, wechselte Timo Glock 2002 in die Deutsche Formel 3 Meisterschaft. Mit drei Saisonsiegen wurde er Dritter der Jahresendwertung und zudem bester Rookie. Einen seiner drei Saisonsiege feierte er wiederum auf dem Sachsenring. Im ersten Lauf kam er nicht im Ziel, aber den zweiten gewann er in einem Opel Spies Dallara, unter anderem mit der schnellsten Rennrunde.

Nach nur drei Gastspielen verabschiedete sich die DTM mit ihren Rahmenserien nach der Renn-Veranstaltung vom 31. Mai bis 2. Juni 2002 vom Sachsenring und kam nie wieder. Demzufolge auch nicht die neugegründete Formel 3 Euroserie, die bei der DTM andockte und in die Timo Glock für das Jahr 2003 übergelaufen war. Mit wiederum drei Laufsiegen belegte er hierbei den fünften Gesamtrang und schaffte danach den Aufstieg in die Formel 1 als Test- und Ersatzfahrer bei Jordan.

 

Erste Formel-1-Einsätze

Beim achten von 18 Saisonrennen war dann seine Zeit bereits gekommen, dass er sein erstes Formel-1-Rennen bestreiten durfte. Da der eigentliche Stammfahrer Giorgio Pantano seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachgekommen war, ersetzte Timo Glock diesen und feierte am 13. Juni 2004 beim Grand Prix von Kanada in Montreal sein Formel-1-Debüt.

Timo Glock bedankte sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen mit Platz sieben, gleichbedeutend mit seinen ersten zwei WM-Punkten. Danach kehrte der Italiener ins Jordan-Cockpit zurück, doch für die letzten drei Rennen der Saison war Timo Glock aus den gleichen Gründen wieder dran und drin.

Für 2005 verlor er seinen Teamplatz mangels Sponsoren-Mitgift wieder. Dafür kam er in der US-amerikanischen ChampCar-Serie unter. In Montreal schaffte er als Zweiter einmal den Sprung aufs Podest. Er sammelte in jenem Jahr 202 Punkte und wurde als Gesamtachter "Rookie of the year".

Aber Amerika war nicht nur räumlich, sondern auch karrieretechnisch ziemlich weit weg von der Formel 1, sodass sich Timo Glock entschloss, 2006 in die GP2-Serie einzusteigen, die immerhin im Rahmen der Formel 1 lief. Im zweiten Jahr feierte er auch hier den Titelgewinn, sodass er 2008 sein großes Ziel endlich vollumfänglich verwirklichen konnte und beim Formel-1-Team Toyota einen Zwei-Jahresvertrag erhielt. Sein Saisonhighlight war sein zweiter Platz beim Großen Prei von Ungarn auf dem Hungaroring. Insgesamt sammelte er in jenem Jahr 25 WM-Punkte und landete damit auf dem zehnten Endrang.

So auch 2009, wobei er beim zweiten Saisonrennen als Dritter sowie später in der Saison in Singapur als Zweiter zwei Mal auf dem Podest stand. Am Jahresende zog sich Toyota aus der Formel 1 zurück, sodass sich Timo Glock nach einem neuen Cockpit umschauen musste.

 

Kaum konkurrenzfähiges Material

Bei den Neueinsteigern Virgin Racing wurde er schließlich fündig, doch waren diese kaum konkurrenzfähig. Ebenso 2011 und 2012, als aus Virgin Racing erst Marussia Virgin Racing und danach das Marussia F1 Team wurde.

Nach seinen Endplatzierungen 25, 25 und 20 war seine Formel-1-Karriere mit dem Großen Preis von Brasilien in Sao Paulo beendet. In 91 Grand Prix gelangen ihm die drei besagten Podestplätze sowie ein schnellste Rennrunde.

Danach fand er ab 2013 in der DTM bei BMW Unterschlupf und wurde 2018 und 2020 jeweils Gesamtfünfter.

Im vorigen Jahr wurde aus der DTM eine weitere GT3-Meisterschaft, in der Timo Glock erneut mitmischte, kam aber nicht über Tabellenrang 17 hinaus.

In diesem Jahr ist der gelernte Gerüstbauer bislang als Rennfahrer arbeitslos und auch seine Einsätze bei RTL als Formel-1-Experte sind nach dem Teilrückzug des Kölner Senders in den letzten Jahren deutlich weniger geworden.