Was war das am Mittwoch nur für ein Fußballabend? Kühnste Optimisten in den Reihen der himmelblauen Fangemeinde hatten dem CFC sicherlich zugetraut, das Spiel lange offen zu halten und vielleicht auch einen Sieg gegen Erzgebirge Aue zu erringen. Das allerdings eine dermaßen beeindruckende Vorstellung auf die über 14.000 Zuschauer im weiten Stadionrund zukommen sollte, ahnte vor dem Anpfiff um 20.20 Uhr sicherlich keiner. Dass die Gäste aus dem Erzgebirge einen mehr als gebrauchten Tag erwischten, soll die mit ganz viel Herz und Leidenschaft vorgetragene Vorstellung der Hausherren dabei keineswegs schmälern.

 

Funkeln in den Augen vieler himmelblauer Fußballfreunde

Und wenn man nach dem Spiel in das Gesicht so mancher betagterer Fußballfreunde auf den Tribünen blickte, dann sah man ein Funkeln in den Augen, dass es so sicher lange Zeit nicht gegeben hat. Was musste der gemeine CFC-Fan nicht schon alles erleben? Da waren allein in den vergangen fünf Jahren Insolvenz, Abstieg, Aufstieg, eine schier unendliche Posse mit dem Insolvenzverwalter Klaus Siemon, überregionale Negativ-Schlagzeilen und ein erneuter Abstieg unter Corona-Bedingungen, von dem sich der Verein bislang sportlich nicht erholen konnte. Und dann legt das Team um Kapitän Tobias Müller, der von einem "perfekten Abend" sprach, nach vier Liga-Pleiten in Folge so einen Auftritt hin. Irre!

 

Warum dennoch etwas Wehmut aufkam

Doch gleichzeitig gab dieses elektrisierende Spiel in einem nahezu ausverkauften Stadion auch eine Prise Wehmut mit in das Gericht, das der Moment servierte. Sieht man das Potential, dass in diesem Team und auch in der himmelblauen Fangemeinde steckt, dazu die herausragenden infrastrukturellen Voraussetzungen mit einem mindestens zweitligatauglichen Stadion, muss man eigentlich erkennen, dass solche Momente hier definitiv öfters möglich wären und vielleicht in mittelfristiger Zukunft auch wieder sind, wenn alle im Verein gemeinsam mit den Fans an einem Strang ziehen?