Viele Anwohner vermissen ihre Kastanie

Natur Streit um einen gefällten 100-jährigen Baum in Limbach-Oberfrohna

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Die große alte Kastanie gibt es nun nicht mehr. Foto: Annett Büchner

Limbach-Oberfrohna. Walburga Böttcher aus Limbach-Oberfrohna kann es immer noch nicht glauben: Wenn sie unweit ihrer Wohnung auf der Hohensteiner Straße am Buswartehäuschen neben der Tankstelle vorbeiläuft, klafft dort eine große Lücke, wo bis vor gut einer Woche eine mächtige, etwa 100 Jahre alte Kastanie gestanden hat.

Erst hieß es, "die Kastanie bliebe in jedem Fall stehen"

"Meine Nachbarn und ich hatten zunächst mit Bauarbeiten gerechnet, als wir beobachteten, wie Absperrungen errichtet wurden", erinnert sie sich. "Unsere gemeinsamen Bedenken, dass dieser wunderbare Baum gefällt werden könnte, hatten sich ja zerschlagen, als eine Anwohnerin bei einem Termin am 10. Mai die Antwort erhielt, die Kastanie bliebe in jedem Fall stehen."

Bis heute verweilen Passanten und können beim Anblick des Reststammes, der ihrer Meinung nach keine nennenswerten Schäden aufweist, nicht begreifen, warum so verfahren wurde. Vertreter der Stadtverwaltung hatten am Mittwoch vor einer Woche gemeinsam mit Naturschützern und Sachverständigen den Baum begutachtet.

Bestand eine akute Bruchgefahr?

"Gemeinsam wurden der kritische Zustand des Baumes, insbesondere die durch fortgeschrittene Aushöhlung, Fäulnis und Rissbildung gegebene akute Bruchgefahr beschrieben und gezeigt", erläuterte Frances Mildner.

"Dadurch, dass es sich um eine Ersatzvornahme für einen privaten Grundstückseigentümer handelt, der seinen gesetzlichen Pflichten über längere Zeit nicht nachgekommen ist, sind die Handlungsoptionen der Stadt stark begrenzt." Am Ende kam laut Stadt nur eine sehr kurzfristige Fällung infrage.



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