Deutsche Sängerin schreibt Grammy-Geschichte, Beyoncé bricht Allzeit-Rekord

Grammy-Verleihung Die 65. Preisverleihung der Grammy-Awards in Los Angeles wird zum historischen Ereignis: Eine deutsche Künstlerin ist die erste Trans-Person, die sich über den wichtigsten Musikpreis der Welt freuen darf - und Beyoncé knackt alle Rekorde.

Eine Kölnerin schreibt bei der 65. Grammy-Verleihung Musik-Geschichte: Die Künstlerin Kim Petras kann sich als erste Transfrau über die goldene Auszeichnung freuen. Bei den Feierlichkeiten am Sonntagabend in Los Angeles wurde sie gemeinsam mit dem britischen Sänger Sam Smith für ihren Clubhit "Unholy" als bestes Pop-Duo ausgezeichnet. Überdies sind die beiden Musiker die ersten transsexuellen Grammy-Gewinner in dieser Kategorie.

Petras hielt angesichts ihres Erfolgs eine emotionale Rede: "Sam [Smith] wollte, dass ich diesen Preis annehme, weil ich die erste Transfrau bin, die diesen Preis gewinnt", zeigte sie sich gerührt. Ihr Dank galt unter anderem den "Trans-Legenden", die schon vor ihr so viele Türen eingetreten hätten. Als Beispiel nannte sie Madonna, die sich für die Rechte der LGBTQIA+-Community einsetze.

Außerdem schilderte Petra, sie sei neben einer Autobahn im Nirgendwo in Deutschland aufgewachsen. Ihre Mutter habe ihr geglaubt, dass sie ein Mädchen sei. Petras bedankte sich mit bewegenden Worten: "Ich wäre nicht hier ohne sie und ihre Unterstützung."

Bei der Dankesrede wird Beyoncé emotional

Auch für Beyoncé (41) war es ein denkwürdiger Abend. Die US-amerikanische R&B- und Pop-Sängerin knackte den Rekord der meisten Grammy-Auszeichnungen in der Musik-Geschichte. Von neun Nominierungen konnte sie schließlich mit vier Trophäen nach Hause gehen. Damit ließ sie mit insgesamt 32 Awards den 1997 bereits verstorbenen britisch-ungarischen Dirigenten Georg Solti mit 31 Trophäen hinter sich.

Ihre Platte "Renaissance" gewann in der Kategorie Best Dance/Electronic Album. "Ich versuche, nicht emotional zu sein. Ich versuche, diese Nacht einfach zu genießen", freut sich Beyoncé in ihrer Rede. Sie danke ihren Eltern, die sie immer "geliebt und gefördert" haben. "Ich danke meinem wundervollen Ehemann und meinen drei wundervollen Kindern, die zu Hause sind und zugucken", erwähnte sie auch ihre Familie. Weitere Grammys sahnte Beyoncé in den Kategorien "Best R&B-Song", "Best Dance/Electronic Recording" und "Best Traditional R&B Performance" ab.

Viola Davis erreicht "EGOT"-Status

Schauspielerin Viola Davis dürfte die Grammy-Verleihung auch noch lange im Gedächtnis behalten. Mit der Auszeichnung für das beste gesprochene Album, ihre Autobiografie "Finding Me", erreichte die 57-Jährige den sogenannten "EGOT"-Status. Die Preisträgerin hat damit die vier großen Awards der US-Unterhaltungsbranche im Regal stehen: Emmy, Grammy, Oscar und Tony.

Zu den strahlenden Siegern des Abend gehörte auch Sänger Harry Styles (29), der für "Album des Jahres" prämiert wurde: "Harry's House". Dieses wurde auch als "Bestes Gesangsalbum - Pop" deklariert und mit einem Award gewürdigt. In der Kategorie "Single des Jahres" räumte Lizzo (34) mit "About Damn Time" ab. Als Song des Jahres wurde "Just Like That" von Bonnie Raitt gekürt. Für die beste Pop-Solodarbietung ("Easy on Me") erhielt Adele einen Grammy.

Insgesamt wurden in der Grammy-Nacht laut Veranstalter Trophäen in insgesamt 91 Kategorien verliehen. Comedian und ehemaliger "The Daily Show"-Moderator Trevor Noah (28) moderierte die Veranstaltung.

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