Beeindruckende Nähaktion trotz eigenen Schicksals

Corna-Virus Janine Grunert fertigt Mund-Nasen-Masken für Chemnitzer Kliniken

Was macht ein Mensch zu Zeiten von Corona, wenn er unheilbar an Krebs erkrankt ist und damit selbst zur Hochrisikogruppe gehört? Für Janine Grunert, die im letzten Jahr eine "Löffelliste" mit letzten Wünschen in den sozialen Medien veröffentlichte und daraufhin eine beeindruckende Spendensumme erhielt, ist die Antwort eine klare Sache.

Stark! 120 Masken sind schon fertig

"Ich nähe seit ein paar Tagen Mund-Nasen-Masken und habe so eine sinnvolle und erfüllende Beschäftigung", sagt die 32-Jährige. Angefangen habe es mit dem Aufruf der Frühchenstation an die Gruppe "Kleine Lächelwerkstatt". Für diese näht die junge Frau sonst ehrenamtlich Kleidung für zu früh geborene Babys. Jetzt aber entstehen die Masken. "Ich habe aktuell schon 120 geschafft. Diese spende ich den Chemnitzer Kliniken und städtische Praxen", betont sie. Die Stoffe bezieht sie aus dem Internet, es sind teilweise auch Schätze aus dem Laden. Ein Teil des verarbeiteten Materials stammt aus Spenden. "Wichtig ist, dass es aus 100 Prozent Baumwolle ist und man die Masken dann bei bis zu 90 Grad waschen kann", erklärt Janine Grunert.

Der erfüllte Traum von der neuen Nähmaschine

Nähen ist neben ihrer Familie und dem Chemnitzer FC die größte Leidenschaft von Janine Grunert. Mit dem Kauf einer modernen Nähmaschine erfüllte sich die junge Frau kürzlich einen Traum. Und jetzt glüht ihre Neuanschaffung für das Masken-Projekt. "Ich kann damit ein Stück weit danke sagen und etwas zurückgeben. Herzensprojekte zu unterstützen, motiviert mich", unterstreicht sie. Vor fast vier Jahren kam die bittere Diagnose Krebs - ein Adenoid-zystisches Karzinom breitet sich in ihrem Kopf aus, einige Operationen musste sie schon ertragen. Der Alltag ist für sie, ihren Mann und die zehnjährige Tochter aufgrund der Situation erschwert. Jetzt sorgt das Corona-Thema für zusätzliche Risiken und erhebliche Einschränkungen. "Natürlich bin ich besonders vorsichtig und eine gewisse Angst schwebt immer mit. Eine Ansteckung kann schließlich mein Leben kosten", sagt sie nachdenklich. Sie möchte mit dem Nähen der Masken auch einen Teil zur Eindämmung beitragen.

Nach Corona: Umarmungen und Stadionbesuch

Janine Grunert hat noch viele nicht erfüllte Wünsche auf der Löffelliste. Einer steht nicht auf dem Zettel. "Mir läge viel daran, wenn sich alle an die paar Regeln der Hygiene halten und zuhause bleiben. Ich muss schließlich schon eher sterben, aber bitte nicht an Corona", betont sie von ganzem Herzen. Sobald die Sondersituation vorbei ist, möchte sie alle ihre liebsten Menschen in den Arm nehmen und endlich wieder Fußball live im Stadion sehen.