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Chemnitz

TU Chemnitz und Mercedes-Benz kooperieren in Leichtbauprojekt

Forschung S-Klasse mit Know-How aus Chemnitz

Leichtbau lässt sich als die Wissenschaft und Kunst definieren, Dinge so leicht wie möglich zu gestalten. Auch die Automobilindustrie macht sich diese Kunst gern zunutze, denn je leichter ein Fahrzeug, desto nachhaltiger und effizienter ist es. Für den Einsatz im Fahrzeuginnenraum haben sich dabei naturfaserverstärkte Kunststoffe als Leichtbaulösung etabliert. So stecken in einem Fahrzeug aus deutscher Herstellung durchschnittlich 3,6 Kilogramm Naturfasern aus Flachs, Hanf, Kenaf oder Baumwolle.

Leichtbauweise in der Automobilindustrie

"Sogenannte Sandwichverbundbauteile mit leichten Kernwerkstoffen sind eine vielversprechende Strategie zur weiteren Gewichtsminimierung bei biegebelasteten Strukturen. Im automobilen Interieur stellt die Anwendung dieser Leichtbauweise eine besondere Herausforderung dar, da geeignete Materialkonzepte den Anforderungen der Automobilindustrie sowohl technologisch als auch ökonomisch gerecht werden müssen", heißt es aus dem Forschungscluster MERGE an der TU Chemnitz, das den Hersteller Mercedes bei einem neuartigen Mikrosandwich-Material unterstützte.

Das Interieur der S-Klasse

Das speziell für das Interieur der S-Klasse erarbeitete, innovative Material besteht aus drei zusammengefügten Komponenten: zwei dünnen Deckschichten aus hybriden glas- und naturfaserverstärkten Vliesstoffen und einem besonders leichten Schaumkern. In enger Zusammenarbeit zwischen den MERGE-Forscherinnen und Forschern, sowie dem bei Mercedes-Benz zuständigen Entwicklungsingenieur wurde seit 2015 eine entsprechende Materiallösung entwickelt. Das Resultat ist ein ökologisches Leichtbaukonzept in Sandwichbauweise, das gegenüber herkömmlichen Komponenten bis zu 50 Prozent Gewicht einspart.