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Bullys Montagsmotz - heute: Schwimmbrillen-Boys

Bullys Montagsmotz Aktuelle Themen aus Vierbeiner-Sicht

Bullys Montagsmotz

Frauchen hatte gestern Besuch von ihrer Freundin Melanie und zog gleich mal vom Leder. Ihr letzter Schwimmbad-Besuch war nämlich gar nicht so toll wie erhofft. Eigentlich wollte sie nur in aller Ruhe ein paar Bahnen schwimmen; für den Ausgleich. Doch entspannend war das diesmal ganz und gar nicht.

Verdrängung

Sie hatte die Rechnung nämlich ohne diese Schwimmbrillen-Boys gemacht, die sich wenige Minuten nach ihr am Beckenrand versammelten. Männer mittleren Alters - vielleicht sogar noch älter -, die sich im Wasserbecken wie die Könige der Schöpfung aufführen. Die bewegen sich nicht wie so ein fuchtelnder Frosch durchs Wasser. Eher so elitär wie ein Aal mit Armen. Eine abgetrennte Bahn reichte denen aber nicht, es musste eine zweite aufgemacht werden. Genau dort, wo Frauchen gerade ihre Bahnen zog. Als wäre das nicht genug, wurde sie wenig später noch weiter abgedrängt.

"Da stieg so ein Typ Aal auf meiner Bahn ins Wasser und schwamm ohne Rücksicht einfach drauf los; als hätte er mich nicht gesehen. Ich hab' noch versucht, mich irgendwie zu behaupten, aber am Ende bin ich gegangen. Ich meine, das war wie in diesem Krieg, wo Menschen auch einfach so aus ihrem Territorium verdrängt werden", echauffierte sich Frauchen. "Du willst das jetzt nicht wirklich mit Krieg vergleichen. Du musstest schließlich nicht um dein Leben fürchten und konntest einfach nach Hause gehen", entgegnete Melanie. "Hast ja recht", schämte sich Frauchen im nächsten Moment. "Aber im Kleinen fängt die Rücksichtnahme doch an. Das war einfach böse, fies und gemein."

Eine Frage der Perspektive?

Da fragte ich mich: Wissen bösen Menschen eigentlich, dass sie böse, fies und gemein sind? Und wenn ja, kennen die dann so etwas wie ein schlechtes Gewissen? Oder haben die einfach nur eine andere Wahrnehmung, die ihr Handeln für sie rechtfertigt und als "gut" einstuft? Vielleicht sah es der Schwimmbrillen-Boy als sein gottgegebenes Recht an, auf dieser Bahn zu kraulen - weil er womöglich regelmäßiger als Frauchen schwimmen geht. Aber sollten Werte wie Respekt und Rücksichtnahme nicht gesellschaftlich verankert sein? Vielleicht hätte Frauchen auch einfach das Gespräch suchen sollen, um das Problem anzusprechen und eine Lösung zu finden? Puh, Fragen über Fragen. Irgendwie wird mir das hier gerade zu philosophisch. Andere Frage zum Nachdenken: Schwitzen Menschen eigentlich beim Schwimmen?

Herzlichst, euer Besserwisser-Bully

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