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NFL: Wenn die Fans (mal wieder) die großen Verlierer sind

Jonahs Einblick Trotz teuren Tickets für das erste NFL-Spiel in Deutschland hofften Millionen Fans auf Erfolg - oft ohne Happy End

Jonahs Einblick
München. 

Wenn sich die größten Fußball-Clubs zu Promo-Reisen in die USA oder nach China aufmachen, stehen die Fans dort meist Kopf. Klar, die größten Stars und Idole endlich mal live zu sehen, am besten noch im Stadion, das ist für viele in diesen Ländern ein fast unerfüllbarer Traum. Zu weit und zu teuer wären für viele die Reisen in die großen Fußball-Metropolen Europas. Und genauso geht es eben auch vielen NationalFootballLeague-Fans (NFL) in Deutschland. Ein Trip in die USA mit allem drum und dran, inklusive (sehr teuren und vor allem begehrten) NFL-Tickets, ist für die allermeisten einfach nicht oder nur schwer umsetzbar. Umso größer also der hiesige Jubel, als die NFL bekannt gab, dass mit den Seattle Seahawks als das wohl populärste Football-Team in Deutschland gegen die Tampa Bay Buccaneers mit dem besten Football-Spieler aller Zeiten, Tom Brady, hier in Deutschland gegeneinander antreten würden. Nach vielen Jahren hoffen kommt es also am 13. November in der Münchner Allianzarena zum ersten NFL-Spiel auf deutschen Boden.

1,5 Millionen Menschen wollen Tickets kaufen

Die Euphorie war also erstmal riesig. Auch ich als Seahawks-Fan hatte die Entwicklungen seit der Bekanntgabe bis zum heutigen Ticketverkauf aufmerksam verfolgt. Zwar hatte ich schon einmal das große Glück, mein Team im Londoner Wembley-Stadium live zu sehen, doch warum nicht noch einmal in einem (im relativen Sinne) Katzensprung entferntem Stadium das Erlebnis wiederholen? Den Roadtrip mit einer ebenfalls football-begeisterten Kommilitonin schon fast geplant, war der erste Schock noch mit Humor hingenommen wurden. Die NFL meldete, dass sich 1,5 Millionen Menschen für ein Ticket interessierten. Bei einer Stadionkapazität von ca. 75.000 Plätzen muss man kein Mathematik-Genie sein, um seine Chancen als nicht gerade hoch einzuordnen. Doch da ich damals für London auch Glück hatte im Ticketverkauf, war trotzdem noch ein Funke Hoffnung da. Zugegeben, als ich die angegeben Preise gesehen habe, schwand meine Lust auf das Erlebnis erheblich. Nur die regulären Tickets kosten schon zwischen 75 und 155 Euro, VIP und Logenplätze ausgenommen. Wirklich überrascht war ich davon nicht, aber durch meine anderen Sommerpläne überschritt dies eben schon mein Budget.

Der Frust: Platz 600.000 in der Warteschlange

Dennoch habe ich es rein aus Interesse heute morgen um 9.30 Uhr versucht. Als ich aber noch versucht habe mich auf der Seite zurecht zu finden, habe ich schon die ersten Screenshots von Freunden bekommen. Und da ist mir die Kinnlade runtergefallen. Der Warteschlangenplatz 600.000 oder höher waren keine Seltenheit. Da sich jeder, der durchkam, bis zu sechs Tickets kaufen konnte, wusste ich, das "aussichtslos" noch eine Untertreibung für das Unterfangen ist.

Im Netz brach danach natürlich ein kleiner Shitstorm aus. Denn während viele ehrliche Fans leer ausgingen, tauchten auf Ebay und Zweitanbietermärkten wie Viagogo die ersten Angebote auf. Ein Beispiel: Zwei Tickets für den Schnäppchenpreis von 2.100 Euro. Zur Erinnerung, dass teuerste reguläre Ticket kostet 155 Euro. Und von solchen Angeboten gibt es unzählige. Noch frecher erscheint mir da nur die Masche von Seiten wie Viagogo, welche mithilfe von Bots mehrere Tickets sicher kaufen können und die dann für den zehnfachen Preis auf ihre Website anbieten. Die NFL könnte zwar mit personalisierten Tickets etwas dagegen tun, doch warum sollte sie? Ihr Geld hat sie ja sicher bekommen. Innerhalb weniger Minuten. Die Fans geraten da in den Hintergrund.

Achtung: Die NFL warnt vor Ticketkäufen bei Ebay.

 
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