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Sachsen

50 statt 100 km/h: Schlechter Zustand der B 174 im mittleren Erzgebirge weckt Gefahr und Frust

Verkehr Straßenmeisterei reagiert mit Tempolimit auf zahlreiche Schlaglöcher

Großolbersdorf. 

Großolbersdorf. Auf die Bremse statt aufs Gaspedal müssen derzeit Verkehrsteilnehmer auf der Bundesstraße B 174 zwischen Großolbersdorf und der Heinzebank treten. Wo normalerweise 100 km/h erlaubt sind, ist das Tempolimit derzeit um die Hälfte reduziert. Grund für die 50 km/h, die viele Autofahrer die Stirn runzeln lassen, ist laut René Seidel der schlechte Zustand der Straße. "Ich will nicht dafür verantwortlich sein, wenn hier schwere Unfälle passieren", sagt der Chef der Straßenmeisterei Gornau und erklärt damit, warum die Geschwindigkeit seit vergangener Woche reduziert wurde.

Gefahr vor allem für Motorradfahrer

Infolge des Winters hatten sich auf diesem Abschnitt der B 174 wieder zahlreiche Schlaglöcher gebildet. Doch sowohl das Auffüllen von Kalt- als auch das von Heißmischgut sorgte nur vorübergehend für Besserung, da die Löcher rasch wieder aufbrechen. Weil die von der Straßenmeisterei empfohlene grundhafte Sanierung vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) noch nicht in die Wege geleitet wurde, besteht nach Seidels Einschätzung somit weiterhin erhöhte Gefahr. Obwohl durch die Schlaglöcher auch die Technik Schaden nehmen kann, geht es dem Straßenmeister weniger um die Autos.

Er fürchtet vielmehr um Menschenleben. So habe er selbst gesehen, dass Motorräder durch die schlechten Straßenverhältnisse an einigen Stellen ausgehoben wurden. Auch Fahrer, die Schlaglöchern spontan ausweichen wollen, beschwören gefährliche Situationen herauf.

Qualitative Flickung soll helfen

Trotz des bestehenden Risikos und verbitterter Verkehrsteilnehmer, die sich über das aktuelle Tempolimit ärgern, hat René Seidel positive Nachrichten zu verkünden. So habe es am 4. Mai einen Vor-Ort-Termin mit Vertretern des Lasuv gegeben. Dieser ergab, dass die Wiederherstellung der Befahrbarkeit kurzfristig durch eine sogenannte qualitative Flickung realisiert werden soll. "Dabei werden betroffene Bereiche der Straße von einer Spezialfirma ausgefräst und neu aufgefüllt", erklärt Seidel, der noch in dieser Woche die entsprechenden Stellen markieren will.

In etwas weiterer Ferne liegt die erhoffte grundhafte Sanierung, doch auch da ist der Gornauer Straßenmeister vorsichtig optimistisch: "Die Liste des Lasuv ist lang, aber dieser Abschnitt der B 174 steht zumindest drauf." Derartige "Sorgenkinder" gebe es in der Region noch weitere. Aber die Bundesstraße zwischen Großolbersdorf und der Heinzebank habe eine gewisse Priorität, weil sie stark befahren ist und durch den Transitverkehr in Richtung Tschechien hoch angehangen sei.