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Vogtland

Amtsberg sieht geplanten Windpark als Bedrohung für die Siedlungsentwicklung

Windkraft Kommune will mit Bebauungsplan die Errichtung von riesigen Windrädern verhindern

Amtsberg. 

Amtsberg. Mit dem Beschluss mehrerer Bebauungspläne stemmt sich die Gemeinde Amtsberg gegen die Errichtung des geplanten Windparks im Ortsteil Amtsberg. Rund 150 Hektar von der Gelenauer Straße bis zum nahe gelegenen Wald sind von diesem Schritt betroffen. "Ich verheimliche nicht, dass es dabei um die Windkraftanlagen geht", sagte Bürgermeister Sylvio Krause im Zuge der jüngsten Gemeinderatssitzung. Er spielt damit auf das Vorhaben einer Freiberger Firma an, die vier große Windräder genau in diesem Bereich errichten möchte.

Genehmigungsantrag umfasst 1700 Seiten

Ein entsprechender Genehmigungsplan ist vor wenigen Wochen beim Landratsamt eingereicht worden. Auch die Gemeinde konnte die insgesamt 1700 Seiten inzwischen einsehen. Laut Krause wurde die Zahl der geplanten Windräder von 5 auf 4 reduziert. Der geplante Abstand zur Wohnbebauung soll zwischen 850 und 1000 Metern liegen. Laut einem Schallgutachten würden tagsüber 40 bis 45 dB im Weißbacher Mischgebiet anliegen, nachts weniger als 40 dB. Auch der Schattenwurf und Untersuchungen zu Vogelarten werden darin erläutert. Nach Ansicht aller Unterlagen beharrt der Gemeinderat auf seiner Einschätzung, dass der Standort nicht geeignet sei für ein solches Projekt.

Grundstücke könnten an Wert verlieren

Die Tatsache, dass die Sichtachse von der Dittersdorfer Höhe zum Fichtelberg - jeweils eingestuft als hoch bedeutsame Aussichtspunkte - und damit das Landschaftsbild arg beeinträchtigt wird, ist nicht der Hauptgrund für die Kommune. Vielmehr sehen die Amtsberger ihre Siedlungsentwicklung in Gefahr. Die gefassten Beschlüsse zu den Bebauungsplänen seien "zur Erhaltung der gegenwärtigen natürlichen Umgebung notwendig, um die Qualität der Wohnbaugrundstücke für Immobilieninvestoren und Grundstückseigentümer abzusichern". Es soll verhindert werden, dass Grundstücke an Wert verlieren. "Ist unser Bebauungsplan rechtskräftig, darf ihn die Regionalplanung nicht ignorieren, weil die Planungshoheit bei uns liegt", erklärt der Bürgermeister.