Erhard Stiegler blickt auf eine 60-jährige Karriere im Trialsport zurück

Motorsport Burkhardtsdorfer engagiert sich auch mit 85 Jahren für seinen Sport

Burkhardtsdorf. 

Burkhardtsdorf. Erhard Stiegler gehört zu den Pionieren der ersten Stunde im Trialsport der DDR. "Ja, lang, lang ist es her. 1960 trug mir der Meinersdorfer Trialfahrer Heinz Groß, der im Motorsportclub (MC) Oelsnitz organisiert war, an, sein Betreuer zu werden. Und so kam ich zu diesem Sport", erinnert sich der Burkhardtsdorfer, der zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Jahre Erfahrung als erfolgreicher Radrennfahrer gesammelt hatte. Dann der Umstieg aufs Motorrad - im Mai 1959 war er erstmals bei einem Geschicklichkeitsturnier in Oelsnitz auf einer RT 125 dabei - und gewann auf Anhieb. Es war die Initialzündung für eine erfolgreiche Trial-Karriere, die sich 1960 zunächst mit regionalen Veranstaltungen in kleinerem Rahmen anließ - und jedes Mal stand Erhard Stiegler auf dem Podest.

Drei Jahre später holte sich der Burkhardtsdorfer seinen ersten DDR-Meistertitel (Klasse über 250ccm). "Dank meiner Kontakte - mein Cousin Werner Stiegler aus Gelenau war seinerzeit bei der MZ-Sportabteilung erfolgreicher Geländesportler - kam ich 1963 an eine ES 250 heran, die ich dann für den Trialsport zurecht gemacht habe. Er gab mir zugleich wertvolle Tipps, wie ich fahren sollte. Und tatsächlich war ich von diesem Sport so begeistert, dass ich jeden Tag trainiert habe", erinnert sich der heute 85-Jährige. Sein Ehrgeiz verbunden mit eiserner Disziplin zahlte sich aus. Der Burkhardtsdorfer gewann, von 1963 an ausgenommen das Jahr 1967, in dem er wegen eines Punktes Rückstand Vize wurde, bis 1972 die DDR-Meisterschaft im Trialsport. In der Zwischenzeit war er mit seinem Freund Joachim Neubert zum Motorsportclub Zschopau gewechselt, wo er mit Gleichgesinnten eine Sektion Trialsport ins Leben rief. Bis 1983 dauerte die erfolgreiche Karriere Erhard Stieglers an, der auch der Kommission Trialsport in der DDR angehörte.

Bis heute bleibt das Ehrenmitglied des MSC MZ Zschopau dem Sport eng verbunden und engagiert sich regelmäßig als Kampfrichter bei Vereinsaktivitäten. Seine Ehefrau Ursula indes lernte er 1956 als Teilnehmer beim Radrennen in Burkhardtsdorf kennen, seiner sportlichen Leidenschaft im Jugendalter. Und heute sitzt der 85-Jährige als Beifahrer neben Sohn Mike im Geländewagen bei Trial-Meisterschaften. "Wir haben in den vergangenen Jahren schon drei Mal den Mitteldeutschen Offroadcup gewonnen", so Erhard Stiegler stolz, der auch heute noch gelegentlich einen Trip mit seiner ETZ 125 unternimmt.