• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen
Vogtland

Grünhainichener "Notlösung" beschert vielen Menschen Glück

Adventsbücher Erstmalige Aktion des Heimatvereins erweist sich als voller Erfolg

Grünhainichen. 

Grünhainichen. Um die Organisation von Veranstaltungen kann sich der Heimatverein Grünhainichen derzeit nicht kümmern - dies lassen die Corona-Beschränkungen nicht zu. Dafür können die Vereinsmitglieder umso intensiver eine Aktion auswerten, die womöglich den Beginn einer neuen Tradition darstellt. Gemeint sind die Adventsbücher, die im Dezember zusammen mit mehreren Laternen von Haus zu Haus gereicht wurden. Nicht nur die Lichter standen symbolisch für das Licht der Hoffnung, auch die Bücher wurden diesem Zweck voll und ganz gerecht. Dies geht aus der nun erfolgten Auswertung der Aktion hervor, die als Ersatz für viele abgesagte Projekte wie den musikalischen Adventskalender gedacht war.

"Liebevoll und berührend"

Zwar ist die Weihnachtszeit schon relativ lange her, doch bekommt Stefanie Zickmantel immer noch Gänsehaut, wenn sie durch die Bücher blättert und auf bewegende Einträge stößt. Das braucht Zeit, denn insgesamt wurden in jedem der drei Ortsteile Grünhainichen, Borstendorf und Waldkirchen jeweils drei Bücher auf den Weg geschickt. "Jeden Tag wurden sie bei Einbruch der Dunkelheit vor eine andere Haustür gelegt", berichtet Stefanie Zickmantel, die zusammen mit der Vereinsvorsitzenden Sarah Schneider die Aktion ins Leben rief. Von der Resonanz sind die Initiatorinnen nun beeindruckt. "Es ist unglaublich, wie liebevoll, berührend und ergreifend viele Einträge geworden sind", so Stefanie Zickmantel.

Auch Klöppelarbeiten enthalten

"Bei einem Eintrag kamen mir fast die Tränen", sagt die Borstendorferin. Dort berichtet eine Einwohnerin von einem tristen Tag mit trübem Wetter, der am Abend eine unerwartete Wendung nahm. Denn dann kam sie heim, sah das Adventsbuch samt Laterne vor ihrer Tür - und wusste, dass jemand an sie denkt. Vieler solcher positiven Erlebnisse werden in den Büchern aufgegriffen. Genesungswünsche finden sich dort ebenso wie klassische Weihnachtsverse oder Danksagungen für Nachbarschaftshilfe, wenn zum Beispiel der Rasen gemäht oder auf die Kinder aufgepasst wurde. Und jeder gab die positive Botschaft auf seine Weise weiter. Es wurde nicht nur geschrieben, sondern auch gebastelt, geklöppelt und gemalt. 

Fortsetzung noch offen

"Gerade in der Corona-Zeit haben sich die Menschen wieder auf das Wesentliche konzentriert", sagt Stefanie Zickmantel in Anspielung auf den zwischenmenschlichen Aspekt: "Niemand war abgelenkt durch den Trubel beim Weihnachtseinkauf oder auf den Weihnachtsmärkten." Und so erwies sich die als Notlösung spontan ins Leben gerufene Aktion als voller Erfolg. Ob und wann es die Aktion mit den Adventsbüchern erneut geben wird, darauf wollen sich die Mitglieder des Heimatvereins noch nicht festlegen: "Vielleicht mal wieder." Einerseits ist die Sehnsucht groß, den herkömmlichen Traditionen wieder zu frönen und sich in der Weihnachtszeit in größerer Runde zu treffen und zu plaudern. Andererseits sollen die Adventsbücher etwas Besonderes bleiben.



Prospekte