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Herolder "Hutmann" bittet zu seiner letzten Show

Kleintierschau Züchter präsentiert Kita-Kindern seine vielen Mitbewohner

Herold. 

Herold. Seit über 20 Jahren ist es Tradition, dass Reinhard Volkmann im Sommer neben Kaninchen, Hühnern, Tauben und Gänsen auch "Herolder Spatzen" bei sich hat. Allerdings nur für wenige Stunden, denn die Kinder der gleichnamigen Kita schauen nur kurz vorbei, um auf dem 3000 Quadratmeter großen Grundstück die anderen tierischen Mitbewohner des 81-jährigen Herolders einmal näher unter die Lupe zu nehmen. "Für uns ist das immer eine tolle Aktion. Die Kinder lernen viel dazu, denn sie erleben hautnah, wo die Tiere leben und wie man sie pflegt", sagt Erzieherin Andrea Ihle.

Fast 90 Tiere zu bestaunen

Auch diesmal war die Freude der insgesamt 60 Mädchen und Jungen groß, zumal sie die Kaninchen auch streicheln durften und extra einige Hochzeitstoben losgelassen wurden. "Sie fliegen zurück zu einem befreundete Züchter nach Thum", erklärte Reinhard Volkmann, der im Ort als "Hutmann" bekannt ist. "Ohne Hut gehe ich nie raus. Als Kind habe ich zu viel Sonne abbekommen", sagt der "Hutma", der auch vielen Kindern als solcher bekannt ist. Doch diesmal lernten sie dessen zweite Leidenschaft neben den Hüten kennen: die Tiere. "Ohne sie kann ich einfach nicht", betont der Züchter, der sich täglich um das Wohl seiner 20 Hasen, 7 Gänse, 6 Enten, 30 Tauben und 20 Hühner kümmert.

"Wollte Tradition erhalten"

"Früher hatte ich noch mehr Tiere", sagt Reinhard Volkmann, der die Kleintierschau einst mit fünf anderen Züchtern organisierte. Diese gibt es mittlerweile nicht mehr. Ebenso wenig wie die Unterstützung der Stadt, die das Projekt anfangs noch finanziell förderte. "Aber ich wollte die Tradition unbedingt erhalten", betont der 81-jährige Herolder, der auf private Initiative weitermachte und sogar noch immer für Verpflegung sorgt. Limo und Süßigkeiten für die Kinder bezahlt er mittlerweile aus eigener Tasche. Womöglich aber diesmal zum letzten Mal. Nicht, weil er nicht mehr will, sondern weil er nicht mehr kann. "Auch ich werde älter", sagt der "Hutmann", der seiner vermeintlich letzten Kleintierschau nächstes Jahr womöglich aber doch noch eine weitere folgen lässt.

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