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"Ich wollte, dass die MZ nicht nur am Start, sondern auch im Ziel steht"

Enduro Sportler Uwe Weber bestreitet seine Sechstagefahrt Nr. 11+1

Zschopau/Portimao. 

Zschopau/Portimao. Bei der 94. Auflage der Sechstagefahrt Mitte November im portugiesischen Portimao war nach 29 Jahren erstmals wieder ein MZ-Motorrad vertreten. Genauer gesagt eine 350er-Maschine, Baujahr 1979, mit zahlreichen Original-Teilen. Dessen Fahrer war Uwe Weber. Und der 57-Jährige, der zwischen 1982 und 1992 als MZ-Werksfahrer elf Sechstagefahrten bestritt, holte den Oldtimer made in Zschopau erfolgreich ins Rampenlicht zurück. Denn er kann es noch.

Seit 40 Jahren im Endurosport dabei

Während der MZ-Werksfahrer 1987 Teil der siegreichen Trophy-Mannschaft im polnischen Jelenia Gora war, gewann er nun, 32 Jahre später, im Vintage Trophy Team mit Jens Oestreich aus Lengefeld (Beta) und Johannes Steinel (SWM) Silber. Auch in der Veteran-Trophy-Wertung der Fahrer über 50 Jahre stand die Marke MZ bei ihrem Comeback mit Uwe Weber und den SWM-Fahrern Johannes Steinel und Jens Bossdorf mit Platz 2 auf dem Podest. "Es kam nur eine MZ in Frage, mit etwas anderem fahre ich nicht", so das eindeutige Statement des Hohndorfers, der vor 40 Jahren in den Endurosport einstieg.

"Dann kannst du auch gleich mitfahren"

Nun kribbelte es wieder. "Die Idee entstand im Frühjahr. Meine Kumpels aus der Motorrad-Seniorenszene hatten sich vorgenommen, bei der Vintage-Sechstagefahrt dabei zu sein. Daraufhin sagte ich den Jungs zu, dass ich auf alle Fälle mitkomme, um sie zu betreuen. Dann habe ich eine MZ von Jens Müller aus Thum zur Verfügung gestellt bekommen. Da dachte ich, okay, wenn du ein Motorrad hast, dann könntest du es wettkampfmäßig vorbereiten. Und wenn du sowieso in Portugal bist, könntest du auch gleich selbst fahren", erinnert sich Uwe Weber an die Initialzündung.

Andere Einstellungen als in Zschopau

Und er schaut zurück auf die Ankunft vor Ort in Portugal: "Wir haben uns, wie wir es von damals gewohnt waren, gleich an die Wettkampf-Vorbereitungen gemacht. Das heißt Maschine Probe fahren, optimale Vergasereinstellung finden und dergleichen abarbeiten. Wir waren dort lediglich auf 100 Höhenmeter über Normalnull, da musst du mit einem Zweitaktmotor natürlich auf eine andere Einstellung zurückgreifen als in Zschopau."

Große Begeisterung! Endlich wieder eine MZ

Und als die ersten Zuschauer das Motorrad in der Menge der Oldtimer entdeckten, herrschte hellauf Begeisterung. "Alle wollten den Klang der MZ hören. Sie freuten sich einfach, nach so vielen Jahren wieder eine MZ zu sehen", so Uwe Weber. Über die eigentliche Fahrt sagte er: "Ich bin die 3 Tage gefahren ohne zu stürzen oder irgendetwas am Motorrad zu demolieren. Da ließe sich natürlich sagen, wer nicht hinfällt und nichts kaputt macht, war einen Schritt zu langsam. Doch ich wollte keine Probleme mit dem Motorrad bekommen. Und wenn du sauber fährst, fährst du auch schnell. Und dann wird es auch für eine vordere Platzierung reichen. Und das habe ich geschafft", resümiert Uwe Weber.

Wenn man wieder Blut geleckt hat...

Denn sein Credo ist und bleibt: "Ich will, dass die MZ-Maschine nicht nur am Start, sondern auch im Ziel steht." Und Uwe Weber gibt schon einen Ausblick auf das nächste Jahr: "Vorausgesetzt ich bin körperlich noch immer so fit wie derzeit, werde ich in Italien in der Vintage Trophy mitfahren." Denn, ergänzt der Enduro-Haudegen, man könne einfach nicht anders, wenn man wieder Blut geleckt habe.

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