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Sachsen

Kranzniederlegung auf dem Friedhof in Oelsnitz

Gedenken Gedenken der 57 Opfer des Grubenunglücks vor 100 Jahren

Oelsnitz. 

Eines der schwersten Grubenunglücke in Sachsen hat sich heute vor 100 Jahren in Oelsnitz ereignet. An diesem 24. Januar 1921 hat es auf dem Friedens-Schacht in Oelsnitz eine Schlagwetterexplosion gegeben. Dabei haben 38 Bergarbeiter direkt am Unfallort unter Tage ihr Leben verloren und 19 Bergleute sind im Nachgang ihren schweren Verletzungen erlegen. Heute haben Vertreter des Bergbaumuseums Oelsnitz und der Knappschaft des Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers als Förderverein des Bergbaumuseums auf dem Oelsnitzer Friedhof am Denkmal für die Opfer der Grubenkatastrophe einen Kranz niedergelegt.

In Gedenken, an alle durch das Unglück Verstorbenen

"Damals waren es trübe, graue und regnerische Wintertage. Die Nachwehen des 1. Weltkrieges waren zu spüren und auch die beginnende Inflationszeit und wirtschaftliche Not. Und dann kam die Schreckensbotschaft vom verheerenden Unglück", erklärt Heino Neuber, Vorsitzender der Knappschaft des Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers: "Man kann sich heute nicht vorstellen, was das in den Familien hervorgerufen hat. Unter den Opfern waren 40 Väter aus Familien mit stellenweise acht Kindern." Das Unglück habe große Wunden geschlagen, so Neuber. Der niedergelegte Kranz sei nicht nur ein Zeichen der Trauer und des Gedenkens an die Opfer des Grubenunglücks, sondern auch all derjenigen, die ihr Leben für den Steinkohlenbergbau in Westsachsen gelassen haben.

Die Kranzniederlegung ist seit der Wende wieder Tradition

Die Gedenkstätte auf dem Oelsnitzer Friedhof gibt es seit 1922 und da diese Stätte über die Jahre baufällig geworden ist, hat man sie 1977 im Stil der damaligen Zeit erneuert. Die Tradition der Kranzniederlegungen hat man nach der Wende neu aufleben lassen, wie Heino Neuber erklärt. Aller fünf Jahre gibt es eine Kranzniederlegung an der Gedenkstätte. Auch wenn es aktuell eine besondere Situation ist durch die Pandemie, hat man es sich nicht nehmen lassen, gerade zum 100. Jahrestag der Opfer zu gedenken. Man hat eine pandemiekonforme Möglichkeit gefunden.