Chemnitz/Aue. Minuten waren nach dem Abpfiff vergangen. Die allermeisten Plätze auf der Haupttribüne und der Gegentribüne waren bereits leer. Da ließ sich die Chemnitzer Mannschaft noch vor der Südkurve feiern. Vor dem Gästeblock gegenüber holten sich die Veilchen ihren Rüffel ab. Wobei Rüffel ein eher harmloser Begriff ist. Denn unter den Anhängern der Lila-Weißen herrschte derbe Wut und bittere Enttäuschung. Keiner konnte verstehen, warum sich die Mannschaft ausgerechnet in diesem prestigeträchtigen Duell im Sachsenpokal einen solchen Offenbarungseid leistete.

 

Veilchen-Coach nimmt kein Blatt vor den Mund

Cheftrainer Pavel Dotchev entschuldigte sich in der Pressekonferenz bei den Fans, wirkte selbst resigniert und ratlos. "Wir hatten wenig Zugriff, haben wenig Situationen kreiert, haben es nicht geschafft richtig gefährlich zu sein. Es verflachte alles", so der Cheftrainer. Fast schon neidisch schaute der Trainer zum Gegner: "Die Mannschaft von Chemnitz hat toll gekämpft. Sie haben uns gezeigt, wie man ein Pokalspiel spielt." Den Himmelblauen mangelte es nicht Leidenschaft und auch die Körpersprache war da. "Alles war schneller, präsenter - bei uns genau das Gegenteil", redete sich der Coach den Frust von der Seele, wie zuvor sich der CFC in der Partie den Ligafrust von der Seele spielte. Angeschlagen, mit vier Niederlagen im Rücken gingen die Gastgeber in die Partie und waren bereits nach 28 Sekunden völlig wach. In ein Feuerwerk hinein fiel der Treffer der Schützlinge von CFC-Trainer Christian Tiffert.

 

Frust bei den Fans ist groß

In den sozialen Netzwerken und Fanforen überschlugen sich die Kommentare. In vielen Zeilen spiegelte sich der Frust wider. Ganz oft fiel das Wort Blamage. Andere forderten wahlweise Straftraining an der Stadiontreppe oder eine Schicht im Eisenwerk Erla. Viel Zeit bleibt nicht. Schon am Donnerstag ging es Richtung Meppen. Am Samstag 14 Uhr ist das Team gegen den Tabellenletzten gefragt.