Warum ein Erzgebirger neben Ski und Snowboards nun auch Fahrräder entwirft

Fahrrad Mountainbikes made im Erzgebirge

Oberwiesenthal. 

Oberwiesenthal.Weil Steven Busch auf der Suche nach dem optimalen Mountainbike nicht fündig wurde, baute er sein eigenes Rad. Nach umfangreichen Tests steht der Verkaufsstart jetzt unmittelbar bevor.

 

Stellt seit 2016 Ski her

Eigentlich ist Steven Busch beruflich im Wintersport beheimatet. Seit 2016 stellt er eigene Ski mit einer Holzoberfläche her, die er unter dem Namen Mushroom Productions vertreibt. Als Ausgleich zum Wintersport geht er im Sommer gerne Mountainbiken. "Allerdings gab es kein Rad, was mir zu 100 Prozent gefiel, weder technisch, noch optisch. Vor drei Jahren kam ich deshalb auf die Idee, das Ganze selbst in die Hand zu nehmen", erzählt der 32-Jährige.

 

Lange Suche nach dem richtigen Rahmen

Das Problem: Ihm fehlten sowohl das Wissen, als auch die finanziellen Möglichkeiten, selbst einen Rahmen zu konstruieren. "Der Rahmen ist das Wichtigste an einem Mountainbike", erklärt er.Nach anderthalbjähriger Suche fand er einen passenden Hersteller. Dabei handelt es sich um eine asiatische Firma, deren fertig entwickelten Rahmen aus Karbon er wählte. Anschließend ließ er den Rahmen von einer deutschen Firma in den Farben fichtengrün und altrosa lackieren. "Grün steht für das Erzgebirge, das rosa ist ein passender Kontrast dazu", begründet er die Farbwahl.

 

Weihnachten 2021 war der Prototyp fertig

Die weiteren Zubehörteile wie die Räder, das Lenkrad oder den Sattel bestellte er auf verschiedenen Händlerportalen. Zu Weihnachten 2021 war der Prototyp schließlich fertig. "Er wiegt nur 14,2 Kilo und ist auch durch einen hohen Federweg von 170 Millimetern speziell für den Enduro-Bereich gefertigt", sagt der Konstrukteur. Während der diesjährigen Sommersaison hat er den Prototyp ausgiebig im Erzgebirge und den Alpen getestet und dazu auch einen Werbefilm produziert.

 

Fahrrad wird in Kleinserie produziert

Er entschied sich, das Fahrrad zukünftig in Kleinserie unter dem Markennamen "Ore" (englisch für Erz) produzieren zu lassen. Auch seine Ski und Snowboards wird er unter dieser Marke vertreiben. "Meine Kunden können dann entweder ein komplettes Rad oder nur den Rahmen mit eingebautem Dämpfer bestellen", berichtet Steven Busch. Das Rahmenset soll 2900 Euro kosten, die Preise für das komplette Mountainbike werden bei 5000 Euro beginnen. Die Lieferzeit beträgt zwei bis drei Monate. Vorbestellungen sind in seinem neuen Geschäft "Ore Store"möglich. Es eröffnete am 14. Oktober am Markt 13 in Oberwiesenthal.

 

Räumlichkeiten teilt er mit dem Geschäft "Feder und Konfetti"

Die Räumlichkeiten teilt er sich mit Melanie Duske, die dort mit ihrem Geschäft "Feder und Konfetti" Trockenblumensträuße verkauft. Sie leitet zusammen mit ihren Eltern das Elldus Resort in Oberwiesenthal. "Als die Corona-Pandemie 2020 begann, durften wir nicht öffnen und suchten uns deshalb ein zweites Standbein", berichtet die 41-Jährige. Sie kam auf die Trockenblumensträuße, da sie solche während ihrer Reisen durch Skandinavien regelmäßig in Interieur-Geschäften entdeckte. "Bis dato kannte ich keine Firma, bei der man fertige Trockenblumensträuße bestellen konnte", sagt sie. Im ersten Jahr erhielten sie mehr als 2000 Bestellungen über die Plattform Etsy.

 

Teilen der Räumlichkeiten bringt mehrere Vorteile

Im vergangenen Jahr gründeten sie schließlich ihren eigenen Onlineshop www.federundkonfetti.de. Zudem kann man die Sträuße in der Spielscheune im Elldus Resort kaufen, was für Nicht-Hotelgäste jedoch aufwendig ist. Weiterhin fehlen dort Lagerkapazitäten für die rund 300 bis 500 monatlichen Online-Bestellungen, weswegen sie sich im Januar auf die Suche nach einem eigenen Geschäft machte. Als sie auf das Objekt am Markt 13 aufmerksam wurden, war sie "sofort begeistert". Melanie Duske entschied sich dafür, das Geschäft zu teilen, weil sich in ihren Augen beide Marken gut ergänzen. "Während die Frau nach Trockenblumensträußen sucht, kann sich der Mann über neue Ski, Snowboards oder Mountainbikes informieren", sagt sie. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie sich die Mietkosten teilen können. Auch Steven Busch ist vom gemeinsamen Laden überzeugt. Er sagt: "Mit dem Geschäft erweitern wir das Angebot in Oberwiesenthal und machen die Stadt attraktiver".

 

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