Abwasserproblem? - Gaststättenbetreiber klärt auf

Umwelt Kriebsteiner Gaststätten-Betreiber bestreitet Vorwürfe

Kriebstein/Mittelsachsen. 

Kriebstein/Mittelsachsen. Um gar nicht erst in das Fahrwasser des "Fake News"-Journalismus zu geraten, hat der BLICK bei einem Vor-Ort-Termin mit dem Inhaber der Gaststätte "An der Wendeschleife" in Kriebstein gesprochen, um seine Meinung zu den Vorwürfen eines Abwasser-Problems zu erfahren. Gaststätten-Betreiber Jaime Santos Moares sieht sich jedenfalls als Opfer: "Natürlich riecht es mal etwas, wenn der Deckel zur Absetzgrube weggenommen wird", räumt er ein.

Kein Verfahren, aber Ungereimtheiten

Der Hauptvorwurf, dass in der Gaststätte Wasser "verschwindet", konnte damit jedoch nicht aus der Welt geräumt werden. Schließlich gibt es schriftliche Nachweise, dass der Gaststättenbetreiber jährlich über 20 Kubikmeter Wasser verbraucht, seine Klärgrube aber nur sieben Kubikmeter aufnehmen kann. Damit bleiben Ungereimtheiten, auch wenn es laut Santos Moares "kein Verfahren" gebe, da bei der Vor-Ort-Begehung nichts Belastendes gefunden wurde. Solange er eine gültige Gewerbeanmeldung habe, könne er öffnen, argumentiert Santos Moares. Nun liegt es beim Zweckverband Kommunale Wasserver-/Abwasserentsorgung (ZWA) Mittleres Erzgebirgsvorland Hainichen den Ungereimtheiten auf den Grund zu gehen.

Der Technische ZWA-Geschäftsleiter Ulrich Pötzsch machte darauf aufmerksam, dass in diesem Fall Eigentümer und Pächter zwei unterschiedliche juristische Personen seien und teilte mit: "Wir werden daher den Eigentümer laut Grundbuch informieren, dass jeden Monat unsererseits eine Beräumung der abflusslosen Grube zu seinen Lasten erfolgt. Zu jeder Beräumung wird auch der eingebaute Wasserzähler in ein Anlagenbuch eingetragen. Dadurch hoffen wir, eine Annäherung der Werte zwischen Wasserverbrauch und entsorgter Menge zu sichern." Maria Euchler, die Bürgermeisterin von Kriebstein, sucht in den nächsten Tagen außerdem das persönliche Gespräch mit dem Gaststättenbetreiber, um sich vor Ort ein aktuelles Bild von der Situation machen zu können und mit Jaime Santos Moares ins Gespräch zu kommen.