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Alte Dokumente künden vom Sieg

Ortschronist Walter Glöckner weiß, wie 1813 Botschaft nach Hainichen kam

Walter Glöckner sitzt oft in seiner Scheune und durchstöbert historische Dokumente. Manche sind einzigartig, wie ein handgeschriebenes Gerichtsbuch von Hainichen/Cunnersdorf, in dem die Gerichtsverhandlungen von 1735 bis 1900 niedergeschrieben sind. Ebenso stolz holt der Eulendorfer Ortschronist einen Auszug aus einem Heimatboten aus dem Striegistal hervor. Darin schrieb 1937 Helene Krauspe eine interessante Geschichte nieder, die gerade jetzt am Vorabend der 200-jährigen Wiederkehr der Völkerschlacht bei Leipzig von Interesse ist. Es geht dabei um Johann Findewirt, einem gebürtigen Krumbacher der in Stötteritz bei Leipzig seit über 40 Jahren lebte. Mitten in der größten Schlacht der Weltgeschichte stehen noch die Überreste seines Hofes. Er und seine Frau Martha erleben die erbitterten Kämpfe hautnah und haben bereits mit ihrem Leben abgeschlossen. Da wird der alte Mann am Nachmittag des 18. Oktober 1813 Zeuge wie der Franzosenkaiser Napoleon flieht. Seine Freude ist übergroß. Er greift sich sein Pferd und reitet wie von Sinnen Richtung seiner einstigen Heimat, die er so gern noch einmal wieder sehen will. Unterwegs verkündet er in allen Dörfern die frohe Kunde vom Sieg und Ende des Krieges. Am 21. Oktober erreicht er endlich sein geliebtes Krumbach und schreit: "Sieg, Sieg, Das Land ist frei, Napoleon ist geflohen!" Erst jetzt spürt er die furchtbaren Anstrengungen und stirbt nach drei Tagen auf dem Gut seiner Väter. Als man ihn in Hainichen zu Grabe trug, schoss man drei Ehrensalven über seinen Sarg, wie bei einem toten Helden. Denn es war ihm die große Gnade zuteilgeworden, die Siegesbotschaft in seine Heimat zu bringen. Der Eulendorfer Walter Glöckner sammelt seit vielen Jahren historische Gerätschaften aus Haushalt und Landwirtschaft sowie Dokumente und Bücher. Schulklassen, Kindergärten, Vereine und Geschichtsinteressierte führt er gern durch seine Ausstellung und erzählt so manche Begebenheit.