Bahnhofsankauf verzögert sich

Stadt Bauzustand des Freiberger Bahnhofs bedenklich

Freiberg. 

Freiberg. Für jeden, der mit der Bahn in einen Ort reist, ist das jeweilige Bahnhofsgebäude der erste Eindruck, den er von der Stadt erhält. Dass dieser Eindruck täuschen kann, ist besonders gut am Beispiel der Silberstadt Freiberg zu erkennen. Denn die historische Altstadt mit ihren zahlreichen sehenswerten Gebäuden steht diametral im Gegensatz zu dem mittlerweile heruntergekommenen Bahnhofsgebäude. Seit Jahren schon bemüht sich die Stadtverwaltung darum, hier eine Lösung zu finden, doch befindet sich das Haus aus dem Jahr 1862 nicht in ihrem Besitz.

Vom früheren Eigentümer, der Deutschen Bahn, wanderte es in private Hände. Die jeweiligen Eigner hatten stets große Pläne, die sich aber nur schwer realisieren ließen. Seit Jahren ruht jede Aktivität in und um das Bahnhofsgebäude. Nach mehreren vergeblichen Anläufen kam die Stadt Freiberg nun endlich mit dem aktuellen Besitzer ins Gespräch und verhandelte sogar schon eine Kaufsumme, die bei einer guten Million Euro liegen soll. In der vergangenen Woche sollte der Stadtrat dem Kauf zustimmen, doch kam es zunächst anders.

Böse Überraschung

"Bei einem Vor-Ort-Termin am 5. Februar mussten wir leider feststellen, dass der bauliche Zustand noch schlechter ist, als bislang angenommen", unterrichtete Oberbürgermeister Sven Krüger die Öffentlichkeit. "Sogar eventuelle Standprobleme konnten dabei nicht ausgeschlossen werden." Das Verfahren zum Ankauf wurde erst einmal gestoppt. "Denn wir müssen alles durch einen Gutachter neu bewerten lassen", so Krüger weiter. "Schlicht und ergreifend, weil wir nicht abschätzen können, wie hoch der Sanierungsaufwand tatsächlich sein wird und ob dabei unkalkulierbare Risiken vorliegen."

Ziel bleibe nach wie vor der Erwerb der Immobilie. Ideen für deren spätere Nutzung gebe es bereits. So sollen möglicherweise der Stadtordnungsdienst und weitere Verwaltungen dorthin umziehen. Auch an Gastronomie denke man. Außerdem könne man hier einen innovativen Standort mit Start-up-Unternehmen etablieren. Wie lange sich all das nun verzögert kann noch nicht vorhergesagt werden.