Das Geheimnis des Hoffnung-Schachtes

Untersuchung Oberes Geschrei wird vermessen und Schaden im Treibehaus untersucht

Halsbrücke. 

Halsbrücke. Genau noch zehn Meter tief kann der Geologe Andreas Benthin hinunter in der Grubenanlage "Oberes Geschrei", die über dem "Hoffnung Schacht" errichtet wurde. Dann ist schon Schluss, denn nachdem die Anlage in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts stillgelegt wurde, hat man ihn mit Masse ausgestürzt, wie der Fachmann sagt, was übersetzt bedeutet, dass die Räume verfüllt wurden. Gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Alfred Geers und dem Hauer Andreas Lorenz vom Unternehmen Berg-, Stollen- und Tunnelbau BST Freiberg, war Benthin, der ein eigenes geologisches Ingenieurbüro betreibt, nun im noch verbliebenen Treibehaus des Oberen Geschreis tätig. Unter anderem, um es zu vermessen, aber auch, um einem Problem auf die Spur zu kommen, welches sich dort aufgetan hatte.

Angliederung an touristisches Ensemble

Die Anlagen des "Oberen Geschreis" über dem "Hoffnung Schacht" sind die letzten montanhistorischen Zeugen, welche in der Gemeinde Halsbrücke noch nicht saniert wurden. Das wird sich in absehbarer Zeit ändern. Das Gelände und das Treibehaus werden auf Vordermann gebracht und, angebunden an den vorbei laufenden Radweg, in das touristische Ensemble Halsbrückes eingegliedert. Es soll ein ansehnlicher Zielpunkt geschaffen werden, an dem man rasten und die Landschaft genießen kann, aber ebenso etwas über die Bergbaugeschichte erfährt.

Arbeit nur mit Schutzkleidung

Doch zunächst mussten einige Untersuchungen stattfinden, denn im Treibehaus hatte sich eine Senke aufgetan, deren Grund ungeklärt war. Das geologische Ingenieurbüro von Andreas Benthin und das Unternehmen BST Freiberg erhielten vom Oberbergamt den Auftrag, der Ursache dieser Senke auf den Grund zu gehen. Man musste nicht lange suchen. "Vom Schacht ging früher eine Strecke ab, die nach draußen führte", erklärt Andreas Benthin. "Diese ist verbrochen." Nun, da man den Grund gefunden hat, kann man dem Problem auch abhelfen. Die Gelegenheit des Einstiegs nutzte man gleich auch für Vermessungsarbeiten. Problematisch war der viele Schmutz, vor allem der Vogeldreck, der den ganzen Boden bedeckte, weshalb die Fachleute nur mit entsprechender Schutzkleidung arbeiten konnten. "Es ist toll, wenn sich Hobby und Beruf bei so einem Auftrag treffen", freute sich Benthin, der sich mit der Bergbaugeschichte der Region intensiv auseinandersetzt.