Die Spinnerei soll verschwinden

Rückbau Erdmannsdorfer "Schandfleck" gehört bald der Vergangenheit an

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Nachfolgende Generationen werden die einstige Baumwollspinnerei nur noch von Bildern kennen. Foto: Ulli Schubert

Erdmannsdorf. Wenn die Abrissbirnen ihr Werk in der ehemaligen Baumwollspinnerei Erdmansdorf an der Kunnersdorfer Straße tun, dann stirbt wieder ein Stück Industriegeschichte. Begonnen werden sollte damit eigentlich in diesen Tagen, doch der Start wurde verschoben, weil möglicherweise Turmfalken in dem Gebäudekomplex nisten.

Schon seit über 20 Jahren liegt das Gebäude brach

1835 gegründet, arbeiteten in der Erdmannsdorfer Baumwolle zu DDR-Zeiten bis zu 1000 Menschen. Nach der politischen Wende etablierte sich hier das Bildungszentrum Erdmannsdorf, das unter anderem Umschulungskurse anbot. Nach dem Konkurs des Bildungszentrums bereits im Februar 1994 standen die Industriegebäude leer und verfielen zusehends. Auch Pläne zur Umnutzung für Wohnzwecke blieben Träume.

Die Stadt Augustusburg hat schließlich das Areal erworben um die Industriebrache abreißen lassen zu können. Im vergangenen Jahr wurden die entsprechenden Fördermittel vom Freistaat bereitgestellt. Erhalten bleibt aufgrund der Forderungen des Denkmalschutzes einzig das sogenannte Blauhaus, der älteste Teil der Spinnerei.

Mit dem Abriss will man ein Stück Aue zurückgewinnen - das Areal liegt im Überflutungsgebiet direkt an der Zschopau - und das Gelände auch für Wanderfreunde attraktiv gestalten.