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Erneute Attacke auf Asylhaus

Lunzenau Unbekannte warfen Molotowcocktails auf geplantes Wohnheim

Am vergangenen Donnerstag kam es in der geplanten Flüchtlingsunterkunft in Lunzenau erneut zu einem Zwischenfall. Kurz vor Mitternacht warfen Unbekannte drei Molotowcocktails auf den Wohnkomplex, in dem Anfang September bis zu 50 Asylbewerber untergebracht werden sollen. Laut Polizei scheiterte der Versuch der Täter aber, das Objekt in der Schillerstraße in Brand zu setzen. Jedoch fing die Hecke auf dem Grundstück Feuer. Ein Zeuge alarmierte die Feuerwehr, welche einen Übergriff der Flammen auf das Mehrfamilienhaus anschließend verhindern konnte. Durch die Hitze rissen jedoch sechs Fensterscheiben, Personen kamen dabei aber nicht zu Schaden. Es war bereits der zweite Anschlag auf die geplante Asylbewerberunterkunft in Lunzenau binnen einer Woche. In der Nacht zum Mittwoch brachen Unbekannte in das Wohnheim ein und sorgten für einen Wasserschaden. In beiden Fällen hat das Operative Abwehrzentrum (OAZ) der Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Sachdienliche Hinweise sollen bitte der Polizeidirektion in Chemnitz unter der Rufnummer 0371-3873445 mitgeteilt werden. Unterdessen reagierte die kommunale Politik erschüttert. "Es ist für mich fragwürdig, warum das Grundstück trotz des kurz zuvor verübten Anschlages nicht besonders bewacht wurde", äußerte SPD-Kreischef Henning Homann sein Unverständnis. Generelle Kritik kam auch vom Grünen-Kreisrat Sebastian Walter: "Rassistisch motivierte Anschläge müssen als solche auch klar benannt werden und dürfen nicht als 'Äußerungen besorgter Bürger' bagatellisiert werden."

Der Landkreis wolle nun die Sicherheitsvorkehrung im Umfeld von Asylbewerberunterkünften überprüfen. Nach derzeitigem Stand wolle man an der Unterkunft in Lunzenau aber weiter festhalten, teilte ein Sprecher des Landkreises mit.



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