Freie Wähler eröffnen den sächsischen Wahlkampf

Besuch Bundeschef Hubert Aiwanger machte Station in Freiberg

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Lars Naumann, Hubert Aiwanger und Sven Krüger (v.l.) im Gespräch. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Es machte den Eindruck, als wäre Hubert Aiwanger, Chef der Freien Wähler in Deutschland, gerne noch etwas länger geblieben, als er am vergangenen Samstag die Silberstadt Freiberg besuchte. Der Obermarkt gefiel ihm zumindest sehr, doch drängte ihn ein enges Terminkorsett dazu, im Städtischen Festsaal einen Vortrag zu halten, eine Diskussion zu führen und dann schon wieder zur nächsten Station, nach Pirna, weiterzufahren.

Sein Besuch diente dazu, die Freien Wähler beim Auftakt ihres Wahlkampfes zur Kommunal- und Europawahl am 26. Mai zu unterstützen. Oberbürgermeister Sven Krüger, der zwar parteilos ist, für die Freien Wähler aber für einen Sitz im Kreistag antritt, hieß ihn deshalb umso lieber willkommen. Prägnant und auf den Punkt skizzierte Aiwanger Inhalte und Ziele seiner Partei. Vor allem gehe es darum, dass Kompetenzen wieder in den Städten und Gemeinden angesiedelt sind, dort wo die Menschen selbst sehr genau wissen, was wie zu tun ist.

"Mut, diese Entwicklung wieder zurückzudrehen"

Auch plädierte er für einen klaren Blick in die Zukunft. "Wenn jetzt schon zu sehen ist, dass in wenigen Jahren Schulen, Kitas, Erzieher und Lehrer fehlen, dann muss bereits jetzt gehandelt werden, nicht erst dann, wenn es zu spät ist", sagte er. Einen der größten Fehler nannte er die Gemeindegebietsreformen. "Nicht eine hat gebracht, was versprochen wurde", stellte Aiwanger klar. "Man muss nun den Mut haben, diese Entwicklung wieder zurückzudrehen."

Der jetzige Zustand führe zur Entwurzelung der Menschen. "In der Vergangenheit gab es Bauernaufstände", sagte Hubert Aiwanger. "Heute gibt es Shitstorms im Internet." Auch treibe man die Menschen dazu, radikale Parteien zu wählen. An der Diskussion nahmen der Bürgermeister von Burgstädt Lars Naumann und die Politikberaterin Antje Hermenau teil.