In Freiberg geben sich die Götter die Ehre

Bühnenball "Ball im Olymp" im Mittelsächsischen Theater

Freiberg. 

Freiberg. Von weinselig-fröhlich bis gediegen-schwer reichte die Spannbreite des diesjährigen Bühnenballs am Mittelsächsischen Theater in Freiberg. Kein Wunder, denn immerhin hieß es "Ball im Olymp" und die griechische Mythenwelt hält nun wirklich für jeden Gemütszustand das Passende bereit.

Während sich also Sergio Raonic Lukovic, Dimitra Kalaitzi-Tilikidou und Frank Unger (v.l.) hemmungslos-fröhlich durch Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt" sangen, ließ kurz darauf schon Leonora Weiß del Rio aller Schwermut aus Richard Strauß' "Ariadne auf Naxos" freien Lauf. Dem Publikum gefiel diese Melange des Galaprogramms im Vorfeld des Balles sehr gut und stürzte sich im Anschluss in das tänzerische und kulinarische Treiben im Stadttheater als auch in der Nikolaikirche.

Bekannte und neue Stimmen fanden Gehör

Man habe Göttliches gesucht und auch gefunden, meinte Ralf-Peter Schulze, Intendant des Mittelsächsischen Theaters, bei seinen Begrüßungsworten zum diesjährigen Bühnenball an der Spielstätte Freiberg. "Ball im Olymp", so die Überschrift, doch abgehoben wollte man deswegen nicht sein. Ganz im Gegenteil. Wie in den Jahren davor präsentierte sich das Ensemble auch diesmal wieder ganz nah an seinem Publikum, welches zahlreich herbei kam.

Zunächst war es ein Galaprogramm, welches auf die darauf folgende Nacht voller Tanz und Unterhaltung einstimmte. Von Jacques Offenbach bis Richard Wagner, von Goethe bis Schiller, von Leonard Bernstein bis Franz Lehar reichte hier das Spektrum, und die Gäste konnten dabei bekannten und neuen Stimmen lauschen. So waren etwa die Auftritte der Sopranistin Lisa Schnejdar ebenso umjubelt wie die der Mezzosopranistin Dimitra Kalaitzi-Tlikidou, beide in dieser Saison erstmals am Mittelsächsischen Theater engagiert.

Die Darbietungen waren auf olympischer Augenhöhe

Elias Han, Andrii Chakov und Sergio Raonic Lukovic machten jeweils als wagnerscher Wotan eine gute Figur, The Rubinettes Melissa Domingues, Lindsay Funchal und Leonora Weiß-del Rio sorgten für Charleston-Feeling und das Schauspielensemble zeigte sich qualitativ auf olympischer Augenhöhe. Opernchor und Mittelsächsische Philharmonie überzeugten auch mit ungewöhnlichen Darbietungen, etwa dem "Aurora Borealis" von Henning Sommerro. Im Anschluss konnte man die Künstler bei kleineren Darbietungen geradezu hautnah erleben.