In Stein entsteht eine neue Streuobstwiese

idee Kleingartenanlage beseitigt Leerstand - neuer Besitzer pflanzt alte Apfelsorten

Stein . Spätestens in fünf Jahren hofft Markus Klitzsch saftige Äpfel von seiner neu angelegten Streuobstwiese gleich gegenüber seinem Grundstück im Königshain-Wiederauer Ortsteil zu ernten. Auf den knapp 4000 Quadratmetern fühlten sich viele Jahre Laubenpieper in ihren Kleingärten wohl. Der Kleingartenverein "Goldene Aussicht" wurde 1932 gegründet. In den Parzellen wuchs Gemüse und Obst zum eigenen Verzehr, Blumen erfreuten die Hobbygärtner und Erholung gabs noch obendrauf.

Bestrebungen scheiterten

Aber leider nahm die Zahl der leerstehenden Kleingärten immer weiter zu. Von den ehemals 22 Parzellen werden jetzt noch acht bewirtschaftet. "Wir haben auf der Gemeinde erklärt, dass wir den Leerstand nicht mehr in Ordnung halten können, da auch die übrigen Kleingartenbesitzer fast alle zur Generation 60 plus gehören", erklärt Vereinschef der "Goldenen Aussicht" Josef Mauser. Alle Bestrebungen neue und junge Leute für die Hobbygärtnerei zu begeistern, scheiterten. Deshalb entschied sich die Gemeinde für den Verkauf des Pachtlandes mit den freistehenden Gärten.

Bewährte Obstsorten finden ihren Platz

Markus Klitzsch, der seit Jahren neben seinem Antikhandel auch eine Hofmosterei betreibt, nutzte die Gelegenheit um nun auf dem erworbenen Land eine Streuobstwiese anzulegen. "Ich will das Grundstück gleich neben meiner Haustür idyllisch gestalten und pflanze vor allem alte bewährte Obstsorten wie den Edelborsdorfer, Altländer Pfannkuchenapfel, James Grieve oder Königsapfel als Viertel-, Halb- und Hochstamm an", berichtet der Familienvater, der sich von fachkundigen Obstexperten beraten lies. Ergänzt werden die zirka 30 Obstbäume durch mehrere Blühstreifen sowie Obsthecken auch ein paar Apfelsorten aus neuerer Zeit bekommen ihren Platz.

Streuobstwiese als beste Variante

"Während der Saftherstellung kommen Kindergartengruppen und Schulklassen aus der Region oder auch aus Chemnitz, die einen Wandertag dafür nutzen. Denen möchte ich dann gern neben der Saftgewinnung auch die Streuobstwiese nahebringen. Dazu werden noch Infofafeln an die Bäume angebracht und Insektenhotels aufgestellt", berichtet Markus Klitzsch, der vor der Pflanzung einige Gartenlauben abreisen und alte Pflanzen und Beete beräumen musste. "Für die Kleingartenanlage ist die Streuobstwiese die beste Variante", stellt der Vereinschef fest.