Jetzt ist es amtlich! Montanregion ist Unesco-Welterbe

Titelverleihung Großer Sächsischer Bergmännischer Zapfenstreich krönt Welterbe-Fest

Freiberg. 

Freiberg. Freiberg im Feierfieber und jede Menge Emotionen noch dazu: Samstagabend erlebte die Bergstadt Freiberg etwas, dass es so nicht wieder geben wird. Im Beisein tausender Zuschauer und circa 200 geladenen Gästen nahmen in der Silberstadt im Schein von 500 Grubenlichtern ebenso viele Bergleute Aufstellung für ein seltenes, sehr feierliches musikalisches Zeremoniell: den Großen Sächsischen Bergmännischen Zapfenstreich. Dieser erklang zur offiziellen Titelverleihung "Unesco-Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krusnohori". Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer und der Welterbeverein, vertreten durch den Vereinsvorsitzenden Volker Uhlig, Landrat a.D., bekamen die Urkunde aus den Händen von Staatsministerin Michelle Müntefering vom Auswärtigen Amt des Bundes öffentlich überreicht.

Nach einem erlebnisreichen Nachmittag mit dem bunten Welterbe-Fest "Glück auf Welterbe", an dem ebenso der 250. Geburtstag des Gelehrten und wohl berühmtesten Absolventen der TU Bergakademie Freiberg, Alexander von Humboldt gefeiert wurde und die Humboldt Berg- und Hüttenparade die Menschen begeisterte, krönte das abendliche Zeremoniell diesen unvergesslichen Tag. Den Ausklang bildete ein eindrucksvolles Feuerwerk, das den Himmel über Freiberg erstrahlen ließ.

Erbe der Menschheit ist auch Verpflichtung

Der Sächsische Ministerpräsident, Michael Kretschmer war dabei, als Anfang Juli in Baku die positive Entscheidung für den Unesco-Antrag der Erzgebirger fiel. Er zeigte sich noch einmal beeindruckt - von der Zeremonie aber auch von dem spürbaren Stolz der Erzgebirger und sagte: "Der Titel Unesco-Welterbe für das Erzgebirge ist zugleich Ehre, Anerkennung und Verpflichtung. Wir alle freuen uns immer noch riesig mit den Menschen im Erzgebirge und unseren tschechischen Freunden. Jetzt kommt es darauf an, mit diesem wertvollen Prädikat zu arbeiten und gemeinsam mit effizienten und wirksamen Strukturen etwas daraus zu machen. Wir sollten den Titel selbstverständlich für den Tourismus nutzen und neue Gäste für das Erzgebirge begeistern." Er versprach auch, das Erzgebirge mit seinen Aktivitäten nach Kräften zu unterstützen.

Volker Uhlig betonte unter anderem: "In Baku sind Träume wahr geworden, für eine Region, für die wir über zwei Jahrzehnte gemeinsam gekämpft haben. Es hat uns schon immer zugestanden. Wir haben es verdient, die Menschen haben es verdient."

"Alles hängt mit allem zusammen. Und das ist genau das, was die Region ausmacht", erklärte Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger und sagte weiter: "Auch wenn der aktive Bergbau vor mehr als fünf Jahrzehnten im Freiberger Revier eingestellt worden ist, so hat er aber über die Jahrhunderte unendlich viele Innovationen hervorgebracht, die das Leben auf der ganzen Welt erleichtern. Dafür steht Freiberg als Wissenschaftsstandort mit der ältesten montanwissenschaftlichen Universität der Welt. Mit ihrer jetzigen Ausrichtung als Ressourcen-Universität führt sie diesen Weg weiter. Darauf bin ich stolz. Der Titel wird uns helfen, unsere außergewöhnliche Geschichte in die Welt hinaus zu tragen. Wir freuen uns auf die zahlreichen Besucher der Silberstadt in den kommenden Jahren."

Die Montanregion Erzgebirge/Krusnohori

Insgesamt setzt sich die Montanregion Erzgebirge/Krusnohori aus 22 Bestandteilen zusammen: 17 Stätten auf deutscher und fünf auf tschechischer Seite. Jede einzelne stellt schon die Welterbekriterien anschaulich dar, aber nur in der Verbindung aller 22 Bestandteile liegt der außergewöhnliche universelle Wert begründet. Es ist ein grenzübergreifendes Projekt zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik. Mit dem Titel finden über 20 Jahre Bemühungen auf dem Weg zum Welterbe ihren ersehnten Höhepunkt. Über 800 Jahre Bergbau führten im Erzgebirge zu einer einzigartigen Beziehung zwischen Mensch und Natur, die eine montane transnationale Kulturlandschaft von universellem Wert hervorbrachte.